Grillen ohne Ärger

Vor einem Grillabend sollten Sie ihre Nachbarn informieren. Und ihnen zu Beginn ein Würstchen anbieten, das entspannt oft die Lage.

Prinzipiell ist es im Sommer üblich, dass „gelegentlich“ im Freien gegrillt wird. Das müssen die Nachbarn ertragen – aber nicht, wenn dichter Qualm sie einnebelt (Landgericht München I – 15 S 22735). Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat für Qualm im Schlafzimmer der Nachbarn sogar eine Geldstrafe verhängt (5 Ss OWi 149/95). Das Landgericht Stuttgart empfiehlt deshalb vor allem Balkon-Grillern, ein Elektrogerät einzusetzen (10 T 359/96).

Erst prüfen, dann kaufen!

Bevor sie einen Elektrogrill kaufen, sollten Mieter jedoch erst mal einen Blick in ihren Mietvertrag werfen. Ist dort das Grillen auf dem Balkon generell untersagt, müssen sie bei einem Verstoß mit Kündigung rechnen (10 S 438/01). Was aber ist denn nun erlaubt? Das wird unterschiedlich beantwortet. „Gelegentliches“ Grillen bedeutet für die Bewohner eines Mehrfamilienhauses ein Mal im Monat (Amtsgericht Bonn – 6 C 545/96). Drei Mal im Monat, entschied dagegen das Landgericht Stuttgart, aber immer nur zwei Stunden (10 T 359/96). In Wohnungseigentumsanlagen darf sogar fünf Mal monatlich gebrutzelt werden, es sei denn, die Eigentümergemeinschaft hat es verboten (Bayerisches Oberstes Landesgericht – 2Z BR 6/99).

Stand: 2017