Energiesparlampe trotz Quecksilber?

Energiesparlampen arbeiten effizient. So mancher Kunde scheut den Kauf wegen ihres Quecksilbergehalts. Doch ist das wirklich ein Problem?

Was ist Quecksilber?

Quecksilber ist als einziges Metall bei Raumtemperatur flüssig. Das wussten schon die alten Griechen, die es Hydrargyros nannten. Das bedeutet flüssiges Silber. Aufgrund seiner hohen Oberflächenspannung benetzt Quecksilber seine Unterlage nicht, sondern bildet linsenförmige Tropfen. Es ist wie jedes Metall elektrisch leitfähig und tritt in reiner Form in der Natur auf. Ab einer bestimmten Konzentration ist Quecksilber für Lebewesen giftig. Es schädigt das Immun- und Nervensystem. Das Risiko für Menschen geht vor allem von organischem Quecksilber aus, das über die Nahrung aufgenommen wird und sich beispielsweise in einigen Fischarten anreichert.

Warum kommt Quecksilber in Sparlampen zum Einsatz?

Wie alle Leuchtstofflampen enthalten auch Energiesparlampen ein quecksilberhaltiges Gasgemisch, das unsichtbares UV-Licht abgibt und die Glasbeschichtung zum Leuchten bringt. Nach der sogenannten RoHS-Richtlinie gilt in der EU eine Höchstmenge von 2,5 Milligramm (mg) Quecksilber je Lampe. Hochwertige Modelle nutzen weniger als 1,5 mg oder Quecksilberlegierungen, um das Entweichen des Quecksilbers zu unterbinden, falls die Lampe bricht. Doch selbst wenn das passiert, gibt es keinen Grund zur Sorge, ­bestätigen Experten. Aufgrund der geringen Mengen – den Wert muss der Hersteller ­gemäß EU-Verordnung auf der Verpackung angeben – besteht demnach kein Risiko.

Quecksilber gelangt bei der herkömmlichen Stromerzeugung in die Umwelt, da es als Begleitmineral in Stein- und Braunkohle enthalten ist. Bei der Produktion jeder Kilowattstunde elektrischer Energie entstanden laut Umweltbundesamt 2014 rund 0,01 Milligramm Quecksilber.

Ivan Dinev

Was tun, wenn eine Energiesparlampe zerbricht?

Als Erstes die Fenster öffnen, den Raum verlassen und 15 bis 30 Minuten lüften. Das reicht, um die Konzentration in der Raumluft deutlich zu reduzieren. Dann Gummihandschuhe anziehen und die Splitter auf glatten Flächen mit einem geknickten Karton aufsammeln, mit feuchtem Papier nachwischen. Auf Teppichen die Splitter mit Klebeband aufnehmen. Nicht staubsaugen, weil die Abluft das Quecksilber in der Raumluft verteilt. Lampenreste, Handschuhe, Pappe und Klebeband in einem Plastikbeutel oder Schraubglas fest verschließen und bei einer entsprechenden Sammelstelle abgeben. Aber auch wer unbedarfter mit einer zerbrochenen Energiesparlampe umgeht, setzt sich keiner Gefahr aus – das bestätigen die Experten von Stiftung Warentest.

Alternativen zu Quecksilber: Welche gibt es?

Die Stiftung Warentest empfiehlt Energiesparlampen mit Amalgamtechnik und einem doppelten Hüllkolben. Amalgam ist eine metallische, bei Zimmertemperatur feste Quecksilberverbindung. Zerbricht eine solche Lampe im kalten Zustand, entweicht das Quecksilber nicht in die Atemluft. Die Lampen benötigen aber länger, bis sie ihre maximale Helligkeit erreichen. Forscher haben zudem komplett quecksilberfreie, dimmbare Kompaktleuchtstofflampen entwickelt, deren Lichtausbeute sogar zehn Prozent besser ist als die herkömmlicher Modelle.

Wie entsorge ich Energiesparlampen?

Hat eine Energiesparlampe ausgedient, dann gehört sie auf den Wertstoffhof oder in einen speziellen Sammelbehälter. Diese stehen mittlerweile in fast allen Geschäften von Einzelhändlern, die Sparlampen verkaufen. Ihre Entsorgung im Hausmüll oder Glascontainer schädigt die Umwelt. Denn bestimmte Bauteile lassen sich so nicht recyceln und Quecksilber sowie Amalgam könnten in den Boden oder die Luft entweichen.


Sparsame LED-Leuchten

Noch sparsamer sind LED-Leuchtmittel. Sie verbrauchen 35 Prozent weniger Energie als herkömmliche Energiesparlampen – bei identischer Lichtausbeute.

Sie eignen sich für fast alle Lichtsituationen und leuchten sehr lange. Mit sieben bis zehn Euro pro Stück sind sie mittlerweile auch nicht mehr so teuer wie noch vor einigen Jahren. Ihr Manko: Die Farbwiedergabe ist nicht ideal.