Energie wird sichtbar

Der preisgekrönte Lichtkünstler Nils-R. Schultze aus Berlin setzt mit einer Dauerinstallation die Wärmespeicher der SWK in Szene.

Die mehr als 30 Meter hohen Behälter ragen deutlich über das Betriebsgelände in der Karcherstraße hinaus. Schon bei ihrer Ankunft hatten die Wärmespeicher für Schlagzeilen gesorgt. Bei Tag zeigen sie sich in den Hausfarben der SWK, in Blau und Grün. Mit Einbruch der Dunkelheit lenken sie die Aufmerksamkeit des Betrachters durch ein wechselndes Farbspiel auf sich. Mit der Lichtinstallation macht SWK auf ihr neues Energiekonzept aufmerksam. „Wir freuen uns sehr, dass wir den renommierten Lichtkünstler Nils-R. Schultze gewinnen konnten“, erklärte Markus Vollmer, Vorstandsmitglied der SWK Stadtwerke Kaiserslautern Versorgungs-AG. „Zumal er uns mit seinem Konzept, die Behälter nicht nur architektur­bezogen zu akzentuieren, sondern auch ihre Funktion sichtbar zu machen, voll und ganz überzeugt hat.“

Wärme speichern

Die neuen Wärmespeicher steigern die Effizienz des Heizkraftwerks in der Karcherstraße. Die Auslastung der Anlage wird damit vom Wärmeabsatz unabhängiger. SWK kann die Produktion jetzt vermehrt in Zeiten verlegen, in denen der erzeugte Strom auch tatsächlich gebraucht wird. Das Heizkraftwerk arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Das heißt: Strom und Wärme werden gleichzeitig erzeugt. Aufgrund des reduzierten Einsatzes von Primärenergieträgern gilt das Verfahren als umweltfreundlich. Für die offizielle Inbetriebnahme am 23. Oktober 2017 hat sich Nils-R. Schultze etwas Besonderes ausgedacht. Kleine Videosequenzen mit sich verändernden graphischen Mustern ziehen über die drei Behälter.

Steuerbare Farben

Daneben gibt es zwei weitere Gestaltungsmöglichkeiten. Neben Farbverläufen lässt sich über Sensoren in den Behältern die gespeicherte Energie veranschaulichen. Möglich machen das die auf den Behälteroberflächen angebrachten steuerbaren LED-Leuchten. Mit ihnen lässt sich jede Farbe erzeugen, sodass der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind. Der Künstler und sein Team haben um jeden Wärmespeicher acht Ringe mit LED-Leuchten gelegt. Bei einem Umfang von 16 Metern je Ring und 30 LEDs je Meter kommen so auf den drei Behältern 11 520 LEDs zusammen. Verborgen sind sie hinter einer Kunststoffblende. „Damit erreichen wir, dass die einzelnen LEDs nicht als Lichtpunkte zu sehen sind, sondern ein einheitliches Band entsteht“, erläuterte Nils-R. Schultze die Vorgehensweise.

Lichtdesign-Preis

Lichtkunst hat sich seit dem 19. Jahrhundert zu einer eigenständigen Gattung neben Malerei, Skulptur und Photographie entwickelt. In den letzten 20 Jahren hat der Diplom-Designer immer wieder mit spektakulären Projekten auf sich aufmerksam gemacht. Dabei arbeitete er mehrfach mit der Energiebranche und wissenschaftlichen Instituten zusammen. Im Jahr 2016 wurde er für seine Arbeit „Glowing“ im Wissenschaftspark Adlershof in Berlin mit dem Deutschen Lichtdesign-Preis in der Kategorie Lichtkunst ausgezeichnet.