Zu wenig Elektroschrott

Der Deutschen Umwelthilfe zufolge hat die Elektroschrott-Sammelquote 2016 unter dem Ziel der EU gelegen.

Die Europäische Union hat eine Sammelquote für Elektroschrott von 45 Prozent für das Jahr 2016 vorgegeben. Deutschland hat dieses Ziel mit 44,95 Prozent knapp verfehlt. Für das Jahr 2019 hat die EU die Sammelziel für Altelektrogeräte auf 65 Prozent erhöht – liegt das Ziel für Deutschland nun in weiter Ferne?

Massive Ausweitung der Rücknahmepflicht notwendig

9,5 Kilogramm Elektroschrott pro Einwohner und insgesamt 782.214 Tonnen Elektromüll sind 2016 in Deutschland gesammelt worden, so die Zahlen des Bundesumweltministeriums. Der größte Teil des Elektroschrotts wird weiterhin illegal entsorgt oder exportiert. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) schätzt, dass ohne massive Ausweitungen der Rücknahmepflicht für Händler das neue Sammelziel der EU für Elektro-Abfall von 65 Prozent im Jahr 2019 weit verfehlt wird.

Erschwerte Rücknahmen auf Seiten der Händler

Ab einer Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern sind Händler verpflichtet, Altgeräte zurückzunehmen. Testbesuche der DUH zeigen, dass viele Händler diese Rücknahmepflicht boykottieren. „Während die Händler mittlerweile knapp zwei Millionen Tonnen Elektrogeräte pro Jahr verkaufen, nahmen sie in 2017 nur rund 100.000 Tonnen Altgeräte zurück. Unsere Testbesuche zeigen, dass viele Händler die Rücknahme verweigern, erschweren oder gesetzeswidrig nicht darüber informieren. Wenn Verbraucher alte Elektrogeräte nur nach mehrmaliger Nachfrage 'aus Kulanz' zurückgeben können, wird deutlich, warum noch immer hunderttausende Tonnen Elektroschrott ins Ausland exportiert oder im Restmüll entsorgt werden. In der Folge werden Schwermetalle, Flammschutzmittel und Weichmacher unbehandelt freigesetzt und schaden Mensch und Umwelt“, sagt Philipp Sommer von der DUH.