Zu viele Plastiktüten – EU greift ein

Deutsche benutzen im Schnitt 71 Plastiktüten jährlich. Der Verbrauch in Europa liegt mit 198 Plastiktüten deutlich darüber – Die EU will nun handeln, lässt den Regierungen aber Spielraum.

Gerade in Ländern wie Portugal, Polen, Litauen und Ungarn wird sehr oft die dünne Plastiktüte benutzt, im Schnitt 500 Mal jährlich, ungeachtet dessen, wie umweltschädigend sich das Wegwerfen der Tüten nach einmaligem Gebrauch auswirkt. Im europäischen Durchschnitt kommen immerhin 198 Tüten pro Person zusammen. Die Deutschen bewegen sich mit 71 Plastiktüten im Jahr im Mittelfeld, dennoch weit entfernt von Finnen oder Dänen, die nur vier mal zur Tüte greifen. Daran will die Europäische Kommision nun etwas ändern.

Maßnahmen zur Reduzierung notwendig

Am Montag, den 04. November hat die EU-Kommission einen Vorschlag zur Reduzierung von Müll durch Plastiktüten in der EU vorgelegt. Der Verbrauch leichter Plastiktüten unter 0,05 mm Foliendicke soll sich stark reduzieren. Dafür muss die europäische Verpackungsrichtlinie geändert werden. Reduktionsziele, wirtschaftliche Instrumente oder Restriktionen beim Vertrieb wären mögliche Maßnahmen zur Eindämmung, die Umsetzung soll aber den Mitgliedsstaaten selbst überlassen werden.

Beifall erhält der Vorstoß der EU-Kommission vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller meint: „Wir halten eine Steuer auf alle Einweg-Tragetaschen für angebracht, wollen aber nicht, dass damit die generelle Debatte um Plastikmüll aufhört.“ Viel Zustimmung kommt auch vom Verband kommunaler Unternehmen, der eine rasche Umsetzung der EU-Vorschläge durch die Bundesregierung bei dieser Sache fordert. Hingegen warnt Herbert Reul (CDU), Europaparlamentarier und Industriepolitiker, vor einem gesetzlichen Flickenteppich in Europa und schlägt stattdessen vor,Entsorung und Recycling der Tüten zu verbessern.