Weltbank warnt vor Klimakollaps

Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte die globale Erderwärmung die Vier-Grad-Grenze überschreiten. Die Weltbank warnt vor katastrophalen Folgen für die Menschheit.

Die Treibhausgas-Emissionen der Menschheit brechen jedes Jahr neue Rekorde. Die Menschheit befindet sich aktuell auf einem Kurs, der schon bis zum Ende des Jahrhunderts zu einer Erderwärmung von vier Grad Celsius führen dürfte. Das zeigt ein für die Weltbank erstellter Report des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).

Gefährlicher Kipppunkt: Grönland schmilzt

„Eine vier Grad wärmere Welt kann und muss vermieden werden – wir müssen die Erwärmung unter zwei Grad halten“, kommentierte Weltbank-Chef Jim Yong Kim den Bericht. Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Entwicklung, und wir müssen die moralische Verantwortung dafür übernehmen, im Namen kommender Generationen zu handeln, besonders für die Ärmsten.“

Die besondere Gefahr liegt laut Studie in sogenannten Kipppunkten: unverhältnismäßigen Reaktionen auf Störungen, die der Treibhauseffekt mit sich bringt. Zu den Kipppunkten zählt etwa der Kollaps der weltweiten Korallenriffe oder der Schmelzpunkt des Grönlandeises. Dessen Schmelze würde Jahrtausende dauern, könnte aber schon bald unwiderruflich beginnen.

Hitzewellen, Anstieg des Meeresspiegels, Missernten

In den Tropen könnten Ende des Jahrhunderts die kühlsten Monate deutlich wärmer sein als die heißesten Monate der Gegenwart. Solche Extreme würden bei 4 Grad Celsius globaler Erwärmung in Teilen der Welt „die neue Normalität“, heißt es in dem Report.

Der Meeresspiegel kann bei 4 Grad globaler Erwärmung in diesem Jahrhundert 50 bis 100 Zentimeter steigen, und danach noch deutlich höher. Am höchsten wird das Meer den Projektionen zufolge an den Küsten von Ländern wie den Philippinen, Mexiko, Indien steigen.

Auch in der Landwirtschaft kann es zu Kippeffekten mit plötzlich rasant ansteigenden Schäden kommen. So wurde bereits beobachtet, dass wichtige Getreidesorten ab bestimmten Temperaturen überaus empfindlich reagieren, was zu großflächigen Ernteausfällen führen kann. Veränderungen im Wasserkreislauf können hierbei erschwerend hinzukommen, etwa wenn Dürren vorherrschen oder landwirtschaftliche Flächen überflutet werden.

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