Verteilen statt vernichten

Die Kaiserslauterer Tafel rettet Lebensmittel und verteilt sie an Bedürftige. 70 Ehrenamtliche engagieren sich Woche für Woche. Sie sammeln Lebensmittel bei den Händlern ein, sortieren und verteilen sie. Rund 450 Bedarfsgemeinschaften mit etwa 1000 Personen bekommen so im 14-tägigen Rhythmus Obst, Gemüse, Kühlprodukte und Backwaren. Wer Waren von der Tafel haben möchte, muss sich registrieren lassen und bekommt einen Ausweis.

Donnerstag, 11 Uhr, Kisten mit frischem Obst und Gemüse stapeln sich. Die Frauen, die die Ausgabe vorbereiten, haben alle Hände voll zu tun. Sie sortieren, was die Männer bei den Händlern abgeholt haben. Dabei wird jedes Teil noch einmal kontrolliert. ­Stefan Opitz, geschäftsführender Vorstand der Lautrer Tafel, sagt: „Wir geben nur das weiter, was wir selbst noch essen würden.“ Schnell füllen sich die grünen Körbe. Sauber getrennt liegen Orangen neben Äpfeln, Auberginen neben Chinakohl und Salat. Ganz wie in einem Lebensmittelladen. Dann geht es ans Zählen.

Geschäftsführender Vorstand Stefan Opitz ist Ansprechpartner für alle.

Wie Wundertüte

Heute werden sich etwa 60 Bedürftige vor den Fenstern der Tafel in der Wollstaße ein­finden. Bis dahin müssen die Tüten gepackt sein. Nach Möglichkeit sollen sie ähnlich bestückt sein. „Früher konnten sich die Menschen die Lebensmittel aussuchen“, erklärt Stefan Opitz die Vorgehensweise. „Doch die Corona-­Pandemie hat auch unsere Arbeit verändert. Jetzt müssen alle draußen warten und wir geben die fertig gepackten Tüten durch die beiden Fenster aus. Jeder bekommt eine ­große Tüte mit Obst und Gemüse und eine kleinere mit Kühlprodukten, dazu gibt es Brot und andere Backwaren. Das ist so ein bisschen wie Wundertüte. Aber ich sehe auch, dass sie untereinander tauschen.“ Die Verteilung verläuft reibungslos.

Geringes Einkommen

Das Angebot der Tafel richtet sich an Menschen mit geringem Einkommen. Weggeschickt wird hier niemand. Die Tafel hilft ohne Umwege und ohne bürokratischen Aufwand. Jeder Bedürftige kann im 14-tägigen Rhythmus diese Hilfe in Anspruch nehmen. Doch um Missbrauch vorzubeugen, wird die Bedürftigkeit geprüft und ein Ausweis ausgestellt. Nach einer guten halben Stunde sind alle versorgt. Da nur die gespendeten Waren verteilt werden können, ist eine Rundumversorgung nicht möglich. Das Angebot der Tafel versteht sich als eine Ergänzung zum täglichen Bedarf.

Gemeinnütziger Verein

Die Kaiserslauterer Tafel ist ein gemeinnütziger Verein. Sie verteilt die Lebensmittel, die andere zur Verfügung stellen. Lebensmittel spenden kann jeder. Daher sind Aktionen, wie die der SWK-Mitarbeitenden im Jubiläumsjahr, für die Tafel ein Segen. Bei den Sammelaktionen kamen 60 Kisten Grundnahrungsmittel zusammen. „Das sind für uns zusätzliche Waren, mit denen wir Bedürftige weiter entlasten können.“ Geldspenden sind genauso herzlich willkommen. Denn der Verein hat auch erhebliche Kosten, etwa für die angemieteten Räume und das Kühlfahrzeug.

SWK-Mitarbeitende engagierten sich für die Tafel. Vor dem Globus-Markt sammelten sie Grundnahrungsmittel.

Nur Ehrenamtliche

Rund 70 Ehrenamtliche arbeiten an fünf Tagen in der Woche für die Lautrer Tafel. Sie sammeln Lebensmittel, die in einem qualitativ einwandfreien Zustand sind, bei Discountern, Supermärkten und Bäckereien. „Da das Heben der Kisten harte Arbeit ist, sind bei der Abholung zurzeit ausschließlich Männer im Einsatz“, erklärt der geschäftsführende Vorstand. „Bei uns macht jeder das, was er kann. Und es steht jedem frei, in welchem Umfang er sich engagiert.“ Stefan Opitz, selbst mittlerweile im Vorruhestand, ist seit 18 Jahren dabei. Als geschäftsführender Vorstand ist er an sieben Tagen in der Woche Ansprechpartner für alle, für Helfende genauso wie für alle, die spenden. Die gesamte ­Organisation liegt in seinen Händen.

Mehr Infos zur Kaiserslauterer Tafel gibt es auf der Website.

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