Trump will Kohle „retten“

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat in seiner Rede zur Wirtschaftspolitik das Ende der Energiewende und der Globalisierung angekündigt.

Sollte Donald Trump tatsächlich der nächste Präsident der Vereinigten Staaten werden, dürfte der Klimaschutz in den USA einen schweren Stand haben. In seiner Rede zur Wirtschaftspolitik bekräftigte der umstrittene Präsidentschaftskandidat seine Zweifel am Klimawandel und kündigte an, an fossilen Brennstoffen festhalten zu wollen. „Obamas Krieg gegen die Kohle hat Michigan über 50.000 Arbeitsplätze gekostet, wetterte Trump bei seiner Ansprache in der Autostadt Detroit.

Zurück in die Vergangenheit

Sollte Trump seine Pläne umsetzen können, wäre das eine Kehrtwende dessen, was der amtierende Präsident Barack Obama unternommen hat. Bereits in früheren Reden drohte der republikanische Präsidentschaftskandiat damit, das Pariser Klima-Abkommen rückgängig zu machen, die Umweltvorschriften zu lockern und wieder mehr auf Kohle als Brennstoff zu setzen. Alle finanziellen Leistungen der USA für UN-Programme, die sich mit der Erderwärmung befassen, wolle er als Präsident ebenfalls stoppen. Sein Ziel ist die energiepolitische Unabhängigkeit der USA. „Amerikanisierung, nicht Globalisierung, das wird unser neues Credo sein“, sagte Trump.

Gegen alle Fakten

Trumps Aussagen zeugen von wenig Fachkompetenz. Es gibt Quellen, die bezweifeln, dass die Zahl der verloren gegangenen Arbeitsplätze im Kohle-Sektor tatsächlich bei 50.000 liegt. Zudem weisen viele Faktoren daraufhin, dass das Kohlezeitalter sich dem Ende zuneigt. Auf der ganzen Welt ziehen sich Großinvestoren aus Geschäften mit dem schmutzigen Brennstoff zurück. Zum einen aus umweltpolitischen Gründen, zum anderen aus wirtschaftlichen. Kohle wird immer weniger rentabel. Vor allem seit durch Fracking gefördertes billiges Erdgas – übrigens Trumps Lieblingsenergieträger – den Markt überschwemmt.