Trägt der Mensch die Schuld am Klimawandel?

Sind Katastrophen und Wetter-Extreme die Folge des Klimawandels? Der Verdacht verdichtet sich: Deutsche Forscher haben entdeckt, dass die Erdwärmung globale Luftströmungen beeinflusst.

Eine ganze Reihe regionaler Wetter-Extreme hat in jüngster Zeit die Welt erschüttert – Hitzewellen in den USA und Russland, Überschwemmungen in Asien. Der Ursache der Katastrophen sind Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) auf der Spur: Die voranschreitende Erderwärmung bringt die wellenförmigen Luftströmungen in der Atmosphäre aus dem Takt.

Erderwärmung beeinflusst die Luftströme

Luftströme entstehen durch Temperatur-Unterschiede. Mit der Erderwärmung steigen die Termperaturen in der Arktis an, das Temperaturgefälle zu anderen Regionen nimmt ab. In der Folge kommt es zu unnatürlichen Mustern in den Luftbewegungen der mittleren Breiten der Erde. Die wellenförmigen Ströme wirken starr und gefangen.

Hitze und Trockenheit sind die Folgen

„Wir haben nun entdeckt, dass während mehrerer Wetter-Extreme in den letzten Jahren diese planetarischen Wellen gleichsam wie eingefroren waren, sie blieben wochenlang fast unverändert“, so Petoukhov. „Statt dass sie kühle Luft bringen, nachdem sie zuvor warme Luft gebracht haben, bleibt einfach die Wärme.“ So kommt es zu ausgedehnten Hitzeperioden, die Waldbrände, Missernten und im schlimmsten Fall sogarf Todesfälle nach sich ziehen können.

Die Gründe sind vielfältig

Die Forschung des PIK zeigt jedoch auch, dass die nachlassenden Luftströme nicht die alleinige Ursache für die Zunahme von Wetter-Extremen sind: „Selbstverständlich spielen mehrere weitere Faktoren eine Rolle, einschließlich natürlicher Schwankungen.“ Außerdem biete der Zeitraum von 32 Jahren, der in dem Projekt untersucht wurde, zwar gute Hinweise auf den Mechanismus hinter den Extremen, er sei allerdings zu kurz für abschließende Folgerungen.

Dennoch bringe die Studie einen deutlichen Fortschritt im Verständnis der Beziehungen zwischen Wetter-Extremen und dem vom Menschen verursachten Klimawandel. „Das ist ein ziemlicher Durchbruch, auch wenn die Dinge keineswegs einfach sind.“, sagt Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK und Ko-Autor der Studie.

Die Ergebnisse der Studie mit dem Namen „Quasi-resonant amplification of planetary waves and recent Northern Hemisphere weather extremes.“ sollen noch diese Woche in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences erscheinen.