Stromausfall bei Sonnenfinsternis?

Die Sonnenfinsternis in den USA war ein großes Spektakel. Aber was passiert mit der Stromversorgung aus Solaranlagen, wenn es am Himmel zappenduster wird?

Am 21. August fieberten Millionen US-Bürger dem seltenen Naturschauspiel entgegen und jubelten begeistert, als sich der Mond vor die Sonne schob und sich der Himmel für sechs Minuten verdunkelte. Es war die erste Sonnenfinsternis seit 99 Jahren, die in den USA landesweit von Küste zu Küste zu sehen war. Für die Stromversorgung war die totale Sonnenfinsternis kein Problem, da die Großmacht nach wie vor primär auf fossile Energieträger setzt: Solarenergie ist im amerikanischen Strommix mit nur 1,4 Prozent vertreten.

Sonnenfinsternis in Deutschland

In Deutschland hingegen kann die Solarenergie an Spitzentagen bis zu 40 Prozent des Energieverbrauchs decken. Sind bei einer Sonnenfinsternis keine Wolken am Himmel, würden die Solaranlagen im ganzen Land binnen weniger Minuten drastisch weniger Strom einspeisen. Das Verhältnis von Stromerzeugung und Stromverbrauch würde aus dem Gleichgewicht geraten – und die Netze dadurch gefährlich instabil.

Stromnetz stabilisieren und Blackout vermeiden

2015 war in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu bestaunen. Nach und nach fielen insgesamt 35.000 Megawatt Solarleistung aus – etwa so viel wie 200 mittelgroße Kraftwerke produzieren. Die Netzbetreiber arbeiteten im Voraus monatelang an einer geeigneten Regelungsstrategie und schafften es, das Stromnetz zu stabilisieren und einen Blackout zu vermeiden. Als Notfallplan sollten sogar Kraftwerke heruntergefahren werden. Diese Situation ist 2015 jedoch nicht eingetroffen.