Sonnencreme schädlich für Meeresbewohner

UV-Filter in Sonnenschutzprodukten können für Korallenriffe und Tiere schädlich sein. Hawaii verbietet jetzt Cremes mit bestimmten Chemikalien.

Nicht nur Touristen, sondern auch viele Inselbewohner auf Hawaii liegen am Strand und genießen die Sonne. Um sich vor den gefährlichen UV-Strahlen zu schützen, tragen sie reichlich Sonnencreme auf. Was viele nicht wissen: Sonnenschutzprodukte mit bestimmten Chemikalien sind gefährlich für die zahlreichen Korallenriffe und die bunte Artenvielfalt im Meer. Um seine Meere und Korallen zu schützen, verbietet Hawaii als erster US-Bundestaat Sonnencremes mit bestimmten Inhaltsstoffen.

Die Übeltäter: Octinoxat und Oxybenzon

Experten sehen das Problem vor allem in den zwei Inhaltsstoffen Octinoxat und Oxybenzon. In Sonnenschutzmitteln werden sie als UV-Filter benutzt, die die Haut vor der gefährlichen Sonnenstrahlung schützen sollen. Craig Downs vom Haereticus-Labor in Virginia sagt: „Diese Chemikalien sind inzwischen überall in der Natur zu finden, von der Arktis bis hin zu abgelegenen Korallenriffen im Südpazifik“ Jedes Jahr landen schätzungsweise rund 14.000 Tonnen Sonnencreme im Meer. Folgen könnten Schäden am Erbgut von Korallen und Fischen sein. Auch in Deutschland sind solche UV-Filter aus Sonnenschutzprodukten in den Gewässern, wie beispielsweise der Ostesee, gemessen worden.

Ein historisches Gesetz für die Meere

Das Gesetz, das bestimmte Sonnencremes verbietet, tritt am 1. Januar 2021 in Kraft. Der Bundesstaat-Senator Mike Gabbard sagt: „Das ist ein historisches Gesetz für unsere Meere. Ich hoffe, dass wir in 20 Jahren zurückschauen können und sehen, dass dies der Moment war, an dem wir der Verschmutzung den Kampf angesagt haben, und dass das Gesetz auf der ganzen Welt kopiert wurde.“ Ähnliche Verbote gab es bereits in Teilen Mexicos und an einigen Unesco-Weltnaturerbestätten.