Roboter im Einzelhandel

Das Potenzial von Robotereinsätzen im Einzelhandel ist groß. Und auch die Kunden stehen der Entwicklung positiv gegenüber.

„Robotics in Retail“ nennt sich eine Feldstudie und untersucht die Akzeptanz von humanoiden Robotern im Einzelhandel. Denn gerade der stationäre Handel verzeichnet immer weniger Kunden, die hauptsächlich online einkaufen. Um die Besuche der Kunden anzuregen, sollen nun Roboter für neue Entertainment-Strategien und innovative Verkaufserlebnisse sorgen.

Potenzial der Roboter im Einzelhandel

Seit November 2016 rollt Roboter Paul durch eine Ingolstädter Saturn-Filiale. Rund 80 Prozent aller Fragen sind nach Angaben von elaboratum, einer E-Commerce Beratungsagentur, einfache Fragen, die Paul beantworten kann. Weiß er nicht weiter, ruft er einen menschlichen Kollegen hinzu, der dann die weitere Beratung führt. Des Weiteren kennt Paul seine Arbeitsumgebung genauestens und kann Kunden zum gesuchten Artikel begleiten. Der Roboter hat auch das Sortiment des Online-Shops parat und ist in der Lage, die Verkaufskanäle miteinander zu vernetzen. Ein weiteres Beispiel ist der Versuchsroboter Pepper, der in einem Stuttgarter Einkaufszentrum für die Feldstudie getestet wurde. Er hat mit den Kunden „Schnick Schnack Schnuck“ gespielt, posierte zu Selfies und hat nach der Zufriedenheit der Kunden gefragt. Die Hälfte der 257 Befragten gab an, schlechte Kritik eher gegenüber einem Roboter als einem Menschen zu äußern. Das bietet den Händlern eine Chance, Verbesserungen im Sinne der Kunden durchzuführen. Patrick Meyer, Doktorand der Feldstudie, sagt: „Pepper hat das Potenzial, wieder mehr Menschen in die Läden zu locken und ihnen ein positives Einkaufserlebnis zu bieten.“

Sind Arbeitsplätze bedroht?

Smalltalk und lustige Spiele kommen gut an, wie die Studie zeigt, aber um einen wirklichen Mehrwert für den Einzelhandel zu bieten, müssen Roboter weitere Aufgaben übernehmen. Da stellt sich die Frage, ob die menschliche Arbeitskraft von Robotern bedroht wird. „In den Läden wird Pepper den Verkäufer nicht ersetzen, weil ihm einfach diverse Fähigkeiten und Eigenschaften eines Menschen fehlen“, erklärt Meyer. Vielmehr könnten sich die Verkaufsberater noch intensiver um die persönlichen Kundengespräche kümmern, da die einfachen Fragen wie zum Beispiel nach dem Ort des gesuchten Artikels der Roboter übernehmen kann.