Ozonschicht wird immer dünner

Ein Forscherteam stellt fest: Trotz des Montrealer Protokolls dünnt sich die schützende Ozonhülle um unseren Planeten immer weiter aus.

Die Ozonschicht umhüllt unseren Planeten und schützt ihn vor schädlicher UV-Strahlung aus dem All. Zu viele ozonzerstörende chlor- und bromhaltige Kohlenwasserstoffe (FCKW, Fluorchlorkohlenwasserstoffe) haben im 20. Jahrhundert die Ozonschicht in 15 bis 50 Kilometer Höhe, der sogenannten Stratosphäre, global ausgedünnt. 1989 wurden die langlebigen FCKW im Montrealer Protokoll verboten, so dass die Verknappung der Ozonschicht um die Jahrtausendwende gestoppt schien.

Zum Teil Überraschung, zum Teil nicht unerwartet

Ein internationales Forscherteam aus der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und dem Physikalisch-Meteorologischen Observatorium Davos hat die unterste Stratosphäre zwischen 15 und 24 Kilometern Höhe untersucht, mit überraschendem Ergebnis: Trotz des Montrealer Protokolls dünnt die Schicht in dieser Zone weiter aus. Die gängigen Ozonschicht-Modelle konnten diesen Trend nicht vorhersagen und auch die FCKW nehmen weiterhin ab. Doch ein Indiz hätte die global ermittelte Ozonsäule geben können. Diese ist seit Jahren konstant, obwohl die obersten Schichten eine Erholung aufweisen.

Welche Folgen hat der Ozonschwund?

Der Grund in der fortwährenden Verdünnung der Ozonschicht ist noch unklar, und doch steht folgendes fest: Der Klimawandel verändert das Muster der atmosphärischen Zirkulation. Dadurch gelangt neu entstandenes Ozon aus der Stratosphäre schneller zu den Polen und dünnt daher an den mittleren Breiten und in den Tropen weiter aus. Des Weiteren nehmen Ersatzstoffe für FCKW zu, diese sind zwar weniger ozonschädlich, jedoch bei weitem nicht neutral. Die Folgen des Ozonschwunds lassen sich noch nicht abschätzen. Thomas Peter, Professor an der ETH, meint: „Der jetzt festgestellte Rückgang ist weit weniger stark als vor Inkrafttreten des Montrealer Protokolls. Aber wir müssen die Ozonschicht und ihre Funktion als UV-Filter in den stark bevölkerten mittleren Breiten und in den Tropen im Auge behalten.“