Mit Know-how der TU

Ein weiterer Meilenstein bei der Modernisierung des Heizkraftwerks ist erreicht. Im Oktober lieferte MAN aus Oberhausen den vierten Turbinensatz. In die Entwicklung der Turbinen flossen Forschungsergebnisse des Lehrstuhls für Strömungsmechanik und Strömungsmaschinen der Technischen Universität Kaiserslautern mit ein. Das macht die Turbinen effizienter.

SWK steigt aus der Kohleverwendung aus. An die Stelle des im Februar 2020 stillgelegten Kohlekessels 11 treten vier neue Gasturbinen mit nachgeschalteten Abhitzekesselanlagen und zusätzlicher Warmwassererzeugung. Das Heizkraftwerk arbeitet nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Das heißt, es erzeugt Strom und Wärme gleichzeitig. Damit reduziert sich der Primärenergiebedarf. Die Anlage erreicht einen Gesamtwirkungsgrad, der einen Spitzenwert im Bereich der konventionellen Energieversorgung darstellt. Das Forscherteam am Lehrstuhl für Strömungsmechanik und Strömungsmaschinen an der Technischen Universität unter Leitung von Professor Martin Böhle leistet hierbei einen wichtigen Beitrag. Am institutseigenen Turbinenprüfstand erforscht es zusammen mit MAN neuartige Kühlungskonzepte. Um die Effizienz zu erhöhen und die Umweltbilanz zu verbessern, arbeiten moderne Gasturbinen mit sehr hohen Prozesstemperaturen. Damit die Komponenten der Turbine nicht beschädigt werden, ist eine aktive Kühlung erforderlich.

Eine Delegation der Technischen Universität informierte sich über die Modernisierung des Heizkraftwerks.

Weniger Emissionen

Mit dem geringeren Primärenergiebedarf verringern sich auch die klimaschädlichen Emissionen. Außerdem lassen sich dem Grundbrennstoff Erdgas bis zu 20 Prozent Wasserstoff beimischen. Die Gasturbinen können vollständig mit Biomethan befeuert werden. SWK-Vorstandsmitglied Rainer Nauerz erklärt: „Der Ausstieg aus der Kohleverwendung hin zu mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit ist ein wichtiges strategisches Ziel unserer Stadtwerke. Die Energieversorgung muss sich grundlegend wandeln. Bis wir aber in der Lage sind, ­nahezu den gesamten Bedarf vorrangig aus erneuerbaren Energien decken zu können, braucht es noch Zeit. Eine konventionelle Erzeugung als Ergänzung zu den erneuerbaren Energien ist für eine sichere und zuverlässige Versorgung aktuell noch unverzichtbar. Mit der Modernisierung zu einem flexiblen Strom-Wärme-System der Zukunft schaffen wir ­ideale Bedingungen für das Kraftwerk von morgen.“

Mehr Strom und Wärme

Wenn die neue Anlage im Sommer 2022 in Betrieb geht, werden sich nicht nur die Emissionen deutlich reduzieren. Gleichzeitig erhöhen sich damit die Wärmeleistung und die elektrische Leistung deutlich. Voraussichtlich erzeugt SWK nach der Modernisierung des Heizkraftwerks rund 40 bis 50 Prozent der aktuell in Kaiserslautern benötigten elektrischen Energie selbst. „Wir übernehmen als regionaler Versorger sowohl für unsere Stadt Kaiserslautern als auch für die gesamte Region Verantwortung“, sagt Markus Vollmer, Vorstandsmitglied der SWK. „Unser modernisiertes Heizkraftwerk ist ein bedeutender Schritt hin zur Klimaneutra­lität. Wir gestalten die Zukunft aktiv mit.“

Mehr über die Modernisierung des Heizkraftwerks erfahren.

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