Luftverschmutzung: Daten aus dem All

Ein europäischer Umweltsatellit zeigt erste Bilder zur Luftverschmutzung auf der Erde in hoher Auflösung.

Am 13. Oktober wurde der Satellit Sentinel-5P ins All befördert und auf einer polaren Umlaufbahn in 824 Kilometern Höhe ausgesetzt. Er soll Erdoberfläche, Temperatur, Atmosphäre und Wetter beobachten und Veränderungen dokumentieren.

Besonders genaue Daten

Nach sechs Wochen im All, hat Sentinel-5P erste Bilder zur Luftverschmutzung der Erde in bisher unerreichter Qualität geliefert. „Die Messungen haben teils eine hundert Mal bessere Auflösung als alle vorherigen Satelliten“, schildert Diego Loyola, wissenschaftlicher Leiter des Projekts am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). „Das ist wichtig für Anwendungen, die mit Luftqualität zu tun haben. Man kann sehr präzise sagen, von wo die Verschmutzungen herkommen.“

Auswertung der Daten

Unter anderem können Forscher sehen, an welchen Orten Stickstoffoxid speziell von Dieselmotoren ausgestoßen wird und wohin der Wind die Abgase trägt. Die ersten Bilder zeigen eine hohe Konzentration über New York und Mexiko-Stadt. Des Weiteren war die Ozonschicht über der Arktis auf den Bildern zu sehen und hohe Kohlenmonoxid-Konzentrationen über Städten, aber auch über Gebieten in Afrika, an denen Feuer wüten. Ebenfalls sind Schwefeloxid-Emissionen, beispielsweise über Vulkanen, über die Aufnahmen des Umweltsatellits ersichtlich. Somit können Prognosen für den Luftverkehr getroffen und dieser lange vor einer Vulkaneruption gezielter umgelenkt werden.