Lebensmittelproduktion muss umdenken

Laut einer internationalen Studie müssen sich Lebensmittelproduzenten auf dramatische Veränderungen durch den Klimawandel einstellen. Davon ist auch die Ernährung vieler Menschen betroffen.

Jährlich entstehen durch die Herstellung von Lebensmitteln rund 17.000 Megatonnen Kohlenstoffdioxid. Insgesamt gehen 20 bis 30 Prozent der von Menschen verursachten Treibhausgas-Emissionen auf die Produktion und den Vertrieb von Nahrungsmitteln zurück. Diese Werte ergeben sich, wenn man alle Aspekte der Lebensmittelproduktion mit einbezieht – beispielsweise die Herstellung des Düngers oder das Einfrieren von Nahrungsmitteln für den Verkauf.

Dreifache Aufgabe für die Landwirtschaft

Vor allem die Landwirtschaft, die für den größten Teil der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich ist, steht vor einer schwierigen Aufgabe: Neben dem Versuch die eigenen Emissionen deutlich zu senken, muss auf Grund der steigenden Bevökerungsdichte eine immer größer werdende Nachfrage gedeckt werden. Gleichzeitig sind die Folgen des Klimawandels bereits deutlich spürbar: Der Anbau grundlegender Nahrungsmittel wie Weizen oder Mais wird durch Wetterveränderungen immer schwieriger.

Bis 2050 rechnen Wissenschaftler vor allem in Entwicklungsländern mit einem Sinken der Weizenproduktion um 13 Prozent, bei Reis um 15 Prozent und Mais um zehn bis 20 Prozent. Die Bevölkerungszahl steige hingegen bis 2050 von heute sieben Milliarden auf vorraussichtlich neun bis zehn Milliarden Menschen.

Entwicklungsländer sind die Leidtragenden

Eine Studie des internationalen Forschungsprogramms CCAFS (Climate Change, Agriculture and Food Security) zieht aus diesen Entwicklungen klare Konsequenzen: Der Klimawandel werde es für viele Menschen notwendig machen, sich auf andere Lebensmittel umzustellen, um ihre Ernährung zu sichern. Wie so oft werden vor allem die Menschen in ärmeren Ländern die Leidtragenden sein.