Klimawandel noch schneller als befürchtet

Der UN-Klimarat veröffentlicht heute den mehrere tausend Seiten dicken ersten Teil seines neuen Weltklimareports. Eine Kurzfassung hat bereits im Vorfeld für Wirbel gesorgt.

Am vergangenen Freitag legte der UN-Klimarat in Stockholm bereits eine Kurzfassung des Weltklimaberichts vor. Der gesamte, mehrere tausend Seiten dicke Report folgt im Laufe des heutigen Tages. Der Bericht ist der erste von drei Teilbänden des fünften IPCC-Sachstandsberichtes. Die Veröffentlichung der anderen Bände ist für Ende März und Mitte April 2014 geplant.

Der IPCC stellt im Auftrag der Vereinten Nationen in seinen Berichten den aktuellen wissenschaftlichen Sachstand der Klimaänderung fest. Ein beunruhigendes Ergebnis: Nach Erkenntnissen der Forscher schreitet der Klimawandel schneller voran als vermutet. Die Experten präsentieren aber keine Lösungsansätze. Ihre Intention ist, vor klimatischen Veränderungen zu warnen und Menschen über die Thematik aufzuklären.

Klima verändert sich weltweit

Die Ergebnisse der internationalen Klimaforschung bestätigen unzweifelhaft, dass der Klimawandel voranschreitet. So warnen die Wissenschaftler im Bericht vor vielfältigen Veränderungen: Nicht nur die Temperatur der unteren Atmosphäre steigt, auch die Ozeane werden wärmer, Gletscher tauen, Permafrostböden erwärmen sich, Eisschilde verlieren an Masse und der Meeresspiegel steigt weiter an. Mit großer Sicherheit wird auch bestätigt, dass von Menschen verursachte Treibhausgase für den größten Teil der beobachteten Klimaänderung verantwortlich sind. Um die globale Erwärmung zu begrenzen, müssen Treibhausgasemissionen erheblich gemindert werden.

Von dem vollen Report erwarten Beobachter auch regionale Daten zum Klimawandel. Wie sich das Klima speziell in Deutschland verändern könnte, soll er aber kaum beleuchten.

Mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz

Bundesumweltminister Peter Altmaier fordert mehr Ehrgeiz beim Klimaschutz: Mit entschlossenem Handeln können wir eine Erwärmung um mehr als 2 Grad noch verhindern. Das ist eine wichtige Botschaft für die internationalen Klimaschutzverhandlungen. Es gilt, bis 2015 ein neues ambitioniertes Abkommen auszuhandeln. Die EU muss hier die Führung übernehmen. Darum müssen wir dringend den Emissionshandel stärken, das EU-Klimaschutzziel anschärfen und für 2030 ein ambitioniertes Klimaschutzziel vereinbaren.

Auch für die nationale Klimapolitik seine die IPCC-Ergebnisse nach Altmaier von unmittelbarer Bedeutung: Die Bundesregierung hat sich mit dem Energiekonzept ehrgeizige Klimaschutzziele gesetzt. Das Ziel, die Emissionen in Deutschland bis 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu senken, ist auf Berechnungen des IPCC zurückzuführen. Mit der Energiewende haben wir den schrittweisen und langfristig angelegten Umbau unserer Energieversorgungssysteme begonnen. Der Klimaschutz ist – neben dem Atomausstieg – ein entscheidender Treiber für diesen Umbau.