Klimaverhandlungen in Bonn

Seit Pfingstmontag laufen die ersten offiziellen Verhandlungen seit dem Gipfel in Paris.

Anderthalb Wochen lang diskutieren die Staatenvertreter am Sitz der UN-Klimarahmenkonvention in Bonn um Umsetzung und Details des Pariser Abkommens. Ziel ist es, ein Verhandlungsplan für die nächsten Jahre zu erstellen sowie den nächsten Klimagipfel im November in Marrakesch vorzubereiten.

Optimistische Eröffnung

Konkret geht es unter anderem um die Standards für die CO2-Emissionsberichte der Länder, die Überprüfung der Klimaziele sowie um die beschlossenen Klimahilfen für ärmere Ländern. UN-Klimachefin Christiana Figureres und die französische Umweltministerin und Leiterin der Weltklimakonferenz, Ségolène Royal, geben sich optimistisch. „Die Eröffnung war äußerst konstruktiv. Natürlich ist noch nicht alles geklärt, aber die Parteien hören einander zu“, so Figureres. Einen positiven Anstoß für die Arbeit sehen die Staatenvertreter in der Unterzeichnung des neuen Klimavertrages am 22. April, dem Earth Day. Dazu hatten 177 Länder hochrangige Vertreter nach New York entsandt.

Europäische Union muss nachlegen

Die Staaten müssen ihre unzureichenden Klimaziele an die Paris-Beschlüsse anpassen. Aktuell gehen die Länder in ihren sogenannten „Intended Nationally Determined Contributions“ noch von einem Zwei-Grad-Ziel aus. Das Abkommen aus Paris verspricht aber eine Begrenzung der Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad. Besonders die Europäische Union muss nachlegen: Obwohl sie sich verpflichtet hat, bis 2030 die Emissionen um 40 Prozent zu reduzieren, konnten die 28 Länder sich bisher nicht darauf einigen, wie diese Verpflichtungen aufgeteilt werden sollen.