Jahresbudget an Ressourcen aufgebraucht

Der „Earth Overshoot Day“ am 8. August zeigt eindringlich: Wir verbrauchen die Ressourcen der Erde immer schneller.

Der „Earth Overshoot Day“, zu deutsch „Welterschöpfungstag“, ist der Tag, an dem die Weltbevölkerung ihr Jahresbudget an Ressourcen aufgebraucht hat. Oder anders ausgedrückt: Ab diesem Tag machen die Menschheit Schulden und verbraucht mehr, als die Erde verkraften kann. 1987 fiel der Tag noch auf den 19. Dezember. Dieses Jahr fällt er auf den 8. August – vier Monate früher als vor gut 30 Jahren, fünf Tage früher als 2015. Die Menschheit lebe momentan so, als hätte sie 1,7 Erden zur Verfügung, so der WWF, 2020 werde der jährliche Verbrauch zwei, 2050 sogar drei Planeten betragen. Ein Ende dieses Trends sei nicht in Sicht, so die Umweltschützer.

So wird gerechnet

Zunächst wird die Biokapazität der Erde berechnet. Gemeint ist damit die Fähigkeit der Erde, die vom Menschen verbrauchten Ressourcen zu erneuern und Schadstoffe abzubauen. Die Biokapazität stellt man dem globalen ökologischen Fußabdruck gegenüber, der misst, wie viele natürliche Ressourcen der Mensch verbraucht. Ist der Verbrauch dieser Ressourcen größer als der Nachschub, spricht man vom „Overshoot“ beziehungsweise der ökologischen Verschuldung.
Nach dem „Earth Overshoot Day“ leben wir für den Rest des Jahres quasi auf Kredit und verbrauchen weiter Wasser, Brennmaterial, Bauholz und Getreide. Wir produzieren mehr Müll und erzeugen mehr Treibhausgase, als die Erde verkraften kann. Die Folgen sind heute schon spürbar.

Weniger konsumieren

Dass der „Earth Overshoot Day“ jedes Jahr früher eintritt, liegt an dem hohen Konsumniveau in den Industrie- und Schwellenländern. Unsere Produktionsweisen und Konsumgewohnheiten müssen sich generell ändern. Wer nicht will, dass der „Earth Overshoot Day“ noch früher kommt, sollte weniger und wenn, nachhaltig konsumieren, recyceln und upcyceln, Abfälle vermeiden, Energie sparen, saisonale Lebensmittel kaufen, weniger Fleisch und tierische Produkte essen, empfiehlt die Nachhaltigkeits-Plattform utopia. Das Konzept des „Earth Overshoot Days“ wurde ursprünglich von Andrew Simms, Mitglied des britischen Think Tanks New Economics Foundation entwickelt.