IKEA will größter Solarhändler werden

Billy-Regale, Klippan-Sofas und nun auch Fotovoltaikanlagen: Der schwedische Möbelgigant IKEA will ganz groß in Sachen Sonnenkraft herauskommen.

Bis zum Sommer will Ikea mit dem Verkauf von Fotovoltaikanlagen in Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz beginnen. Sechs weitere Länder sollen noch in diesem und dann im kommenden Jahr folgen. Danach ist vorgesehen, den Verkauf der Anlagen auf Filialen weltweit auszudehnen. Wann es in den deutschen Ikea-Häusern soweit ist, sei allerdings noch unklar, hieß es von den Schweden. „Unser Ziel ist es, unseren Kunden zu helfen und sie für ein nachhaltigeres Leben im Eigenheim zu inspirieren. Das private Fotovoltaik-Dachanlagen-Programm ist ein Schritt auf dem Weg, diese Ambitionen zu verwirklichen“, erklärte Hakan Nordkvist, Leiter der Abteilung Sustainability Innovation, gegenüber dem pv-magazine.

Sonnige Aussichten

Man biete innovative gebrauchsfertige Heim-Solarsysteme zu einem günstigen Preis an, damit immer mehr Menschen ihren eigenen Solarstrom erzeugen könnten, so IKEA.
Das Möbelhaus hatte schon im vergangenen Jahr in mehreren Filialen in der Schweiz, Großbritannien und den Niederlanden längere Zeit getestet, ob und wie die Kunden das Angebot annehmen würden. Die Resonanz sei positiv gewesen, heiß es. Eine eigene Marke an Solarmodulen, Montagesystemen und Wechselrichtern sei nicht in Planung. Man wolle vielmehr eng mit Installateuren und Komponentenherstellern zusammenarbeiten, um Qualität und günstige Preise gewährleisten zu können.

Blau, gelb und grün

Mit dem Solar-Sortiment geht Ikea den Weg zum nachhaltigen Konzern konsequent weiter. Bis 2020 will das Unternehmen seine Standorte komplett mit Strom aus eigenen regenerativen Anlagen versorgen. Investiert wurden dazu seit 2009 rund 1,5 Milliarden Euro, 2015 sind weitere 600 Millionen Euro für nachhaltige Investitionen freigegeben worden. Laut dem jüngsten Nachhaltigkeitsbericht besitzt und betreibt das Unternehmen 314 Windturbinen und hat über 700.000 Solarmodule installiert. Diese produzierten gemeinsam mit mehreren Biomasseanlagen im vergangenen Jahr rund 2,4 Milliarden Kilowattstunden Ökostrom.