Holz: Baustoff Nummer eins

Holz läuft den klassischen Baustoffen Beton und Stahl zunehmend den Rang ab. Sogar beim Bau von Hochhäusern und Windrädern setzt man verstärkt auf den natürlichen Rohstoff.

Holz ist der Baustoff der Zukunft – so lautet das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungsunternehmens BauInfoConsult. Die 180 in der Studie befragten Experten rechnen damit, dass die Verwendung von Holz als Baustoff um fast neun Prozent zulegen wird. Ganz im Gegensatz zu anderen Baumaterialien wie Stahl, Ziegel oder Mauerstein – deren Verkaufszahlen stagnieren oder sind sogar rückläufig.

Mittlerweile setzen Architekten und Bauträger nicht nur in Wohngebäuden auf Holz: Hochhäuser, Achterbahnen, Windräder, Messedächer, Brücken, Hotels und Hallen entstehen mithilfe des nachwachsenden Rohstoffs.

Holz: 300 Jahre Erfahrung und neue Erkenntnisse

Bau-Werke

Bau-Werke aus HolzBeeindruckend: Fünf imposante Bauwerke aus Holz (Für eine größere Ansicht bitte klicken)

„Die Betriebe der Forst- und Holzwirtschaft nutzen ihre 300-jährige Erfahrung und investieren in Forschung, um noch besser zu werden“, sagt Lars Schmidt, Generalsekretär des Verbandes der Deutschen Säge- und Holzindustrie.

Dies gilt insbesondere für Bauholz: Auf der derzeit in München laufenden Baumesse Bau wurde erstmals ein neu entwickeltes Furnierschichtholz aus Buche vorgeführt. Es nutzt die Festigkeitseigenschaften dieser Laubbaumart auch für den Holzbau.

Bauholz: CO2-Speicher, Wärmedämmer, Energiesparer

Vom Baustoff Holz profitiert vor allem die Umwelt: Die Herstellung von Stahl und Beton ist im Gegensatz zur Holzgewinnung sehr energieaufwändig. Darüber hinaus bindet das im Haus verbaute Holz das Klimagas Kohlendioxid. Ein Einfamilienhaus aus Holz entlastet das Klima zum Beispiel jedes Jahr um bis zu 80 Tonnen CO2. Laut einer Berechnung des Thünen-Instituts für Holzforschung sparen die Deutschen jedes Jahr durch die stoffliche Verwendung von Holz 75 Millionen Tonnen CO2 ein.

„Diese 105 Millionen Tonnen CO2 entsprechen 13 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen in der Bundesrepublik“, verdeutlicht Schmidt. „Wird der Rohstoff Holz zukünftig verstärkt im Bauwesen eingesetzt, verbessert sich diese Bilanz. Denn hier kann von sehr langen Lebenszyklen der Produkte ausgegangenen werden.“

Holz als idealer Dämmstoff

Ein weiterer Vorteil: Die Wärmedämmmeigenschaften von Holz sind unschlagbar. Holzfassaden tragen dazu bei, die Wärmedämmung des Hauses wesentlich zu verbessern. Das Material kann dabei ohne größere Instandsetzungsmaßnahmen auf die Außenwand montiert werden. Alle handelsüblichen Dämmstoffe lassen sich problemlos mit einer Holzfassade kombinieren. Mit einem mit Holz verkleideten, vollständig sanierten und energetisch modernisierten Haus, verbrauchen Bauherren zum Beispiel bis zu 80 Prozent weniger Heizöl.