Handwerkermangel erschwert Energiewende

Die Klimaschutzziele für Deutschland bis 2050 sind erreicht, wenn jährlich zwei Prozent der bestehen Gebäude saniert werden.

Neben den Sektoren Energie und Verkehr muss auch der Gebäudesektor seinen Teil zur Energiewende beitragen. Dafür müssen jedes Jahr mindestens zwei Prozent der bestehenden Altbauten saniert werden. Aktuelle Untersuchungen des Öko-Instituts zeigen aber, dass etwa 50 Prozent mehr Fachkräfte im Handwerk benötigt werden, um das Ziel zu ermöglichen.

Mangel an Fachkräften

Altbauten müssen so saniert werden, dass sie maximal nur noch 80 Prozent der Treibhausgase emittieren, wie im Jahr 1990. Dafür werden jährlich zwischen 40 und 50 Milliarden Euro benötigt, genauso wie rund 100.000 Fachkräfte im Fensterbau, der Heizungsinstallation sowie für Maler- und Stukkateurarbeiten, die diese Sanierungen durchführen. Das geht aus einer Analyse des Ökoinstituts hervor. Dabei werden Daten zu Investitionen in die energetische Gebäudesanierung den Beschäftigungszahlen im Handwerk gegenüber gestellt.

Die Branche braucht Nachwuchs und dafür muss sie Attraktivität bieten

„Mehr Fachkräfte für die Energiewende in Gebäudebereich zu gewinnen, muss Hauptaufgabe der Politik in den nächsten Jahren sein. Andernfalls werden die Klimaziele für den Gebäudebestand nicht erreicht und Förderprogramme laufen ins Leere“, erklärt Tanja Kenkmann, Senior Researcher mit Schwerpunkt Klimaschutz im Gebäudebereich am Ökoinstitut. Nun wurde ein Policy Paper verfasst, das im Rahmen des vom Bundesforschungsministerium geförderten Verbundprojekts „Perspektiven der Bürgerbeteiligung an der Energiewende“ entstand. Darin werden politische Vorgaben gefordert, ein konsequentes Nachwuchsprogramm zu fördern: Handwerksberufe sollen attraktiver werden.