Exportschlager Strom

Deutsche Kraftwerke produzierten 2012 einen beachtlichen Stromüberschuss. Die Exporte von Strom in benachbarte Länder haben sich seit 2011 vervierfacht.

Importen von 43,8 Terawattstunden (TWh) standen 2012 Exporte von insgesamt 66,6 TWh gegenüber – ein Exportüberschuss von 22,8 TWh. Das meldet das Statistische Bundesamt. Geberländer für Strom waren vor allem Frankreich, Dänemark und die Tschechischen Republik. Abnehmer für deutschen Strom fanden sich in den Niederlande, in Österreich und der Schweiz.

Überschuss dank grüner Energie

Die Nettoeinnahmen beliefen sich auf 1,4 Milliarden Euro. Deutschland führte zwar Strom für 2,3 Milliarden Euro ein, verkaufte aber Energie für insgesamt 3,7 Milliarden Euro. Damit hat sich der Ausfuhrüberschuss im Vergleich zu 2011 vervierfacht.

Obwohl nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 acht der 17 deutschen Atommeiler vom Netz genommen wurden, kam es nicht zu den befürchteten Stromengpässen. Zu verdanken ist dies den erneuerbaren Energien – sie machen inzwischen 23 Prozent des in Deutschland produzierten Stroms aus.

Nach Wind und Wetter

Weil die Produktion von erneuerbaren Energien witterungsabhängig ist, kam es 2012 vermehrt zu Überproduktionen. Ökostromanlagen lassen sich nicht einfach abschalten und überschüssiger Strom muss einen Abnehmer finden – sonst drohen Netzüberlastungen. Daher mussten die Netzbetreiber im vergangenen Jahr teilweise dafür zahlen, den Strom loszuwerden.

Im Vergleich zum Jahr 2011 vervierfachte sich der Ausfuhrüberschuss nahezu: Damals wurden 6,0 TWh mehr aus- als eingeführt. Im Jahr vor der Havarie der drei Atommeiler in Japan (2010) hatte der Überschuss bei 17,6 TWh gelegen, im Jahr 2009 waren es 14,4 TWh. Damit wurde im Jahr 2012 der höchste Überschuss der letzten vier Jahre erzielt.