Erneute Förderkürzung für Solaranlagen

Durch den starken Zubau neuer Solarstromanlagen wurde der Förderrahmen überschritten. Nun werden die Einspeisevergütungen für neue Anlagen erneut um 1,8 statt nur 1,0 Prozent gesenkt.

Wegen des starken Zubaus neuer Solarstrom-Anlagen wird die Förderung des ins Netz eingespeisten Stroms erneut stärker als vorgesehen gekürzt. Von August bis Oktober sinken die Vergütungssätze jeweils um 1,8 Prozent statt nur um 1,0 Prozent, wie die Bundesnetzagentur am Mittwoch mitteilte. Der gesetzlich vorgesehene Rahmen für den Zubau von Solarstrom-Anlagen sei wieder überschritten worden. Bereits von Mai bis Juli wurde die Vergütung jeweils um 1,8 Prozent gesenkt.

Zubau hat sich abgeschwächt

Der Zubau an Photovoltaik-Anlagen hat sich in diesem Jahr abgeschwächt. Allerdings wurde der gesetzlich vorgesehene Zubaukorridor, an dem sich die Vergütung des Stroms aus Photovoltaik-Anlagen bemisst, im maßgeblichen Zeitraum wieder überschritten. Die Überschreitung war jedoch nicht mehr so hoch wie bei den letzten Festsetzungen. Erstmals wird die Vergütung im Oktober 2013 für große Dachanlagen von 1 MW bis 10 MW und Freiflächenanlagen bis 10 MW unter 10 Cent pro kWh fallen, sagte Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur.

Automatische Kürzung der Vergütungssätze

Der Bundestag hatte vergangenes Jahr wegen des starken Zubaus von Solarstrom-Anlagen eine automatische Kürzung der Vergütungssätze beschlossen. Die Regelung sieht vor, dass die Vergütung um jeweils ein Prozent pro Monat sinkt. Für neue Anlagen gilt jeweils Fördersatz zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme – erstmal ist er dann für 20 Jahre garantiert.

Fällt der jährliche Zubau neuer Solaranlagen jedoch größer aus als 2500 bis 3000 Megawatt, kann die Bundesnetzagentur die Einspeisevergütung zusätzlich absenken. Bei einer Unterschreitung der Spanne hingegen könnte die monatliche Kürzung theoretisch auch schwächer als ein Prozent ausfallen.

EEG-Umlage wird vermutlich steigen

Die Bundesnetzagentur ist zuständig für die Registrierung von Solarstrom-Anlagen, die nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden. Darüber hinaus ermittelt sie die neuen Einspeisevergütungen und veröffentlicht diese im Bundesanzeiger. Die Festlegung erfolgt für das jeweilige Folgequartal und sichert so eine kontinuierliche Anpassung der Förderung an den zu erreichenden Zubaukorridor. Im Oktober 2013 werden wir die Werte für das nächste Quartal veröffentlichen, erläuterte Homann.

Die Förderung wird von den meisten Verbrauchern über die sogenannte EEG-Umlage bezahlt. Umstrittene Ausnahmen davon gibt es allerdings für zahlreiche Großverbraucher. Im Oktober geben die Netzbetreiber bekannt, ob die EEG-Umlage erneut erhöht wird.