Energiewende muss naturverträglich sein

Die Bundesumweltministerin erklärt wie die Energiewende mit dem Naturschutz vereinbar sein kann.

Die Bundesregierung will, dass Deutschland bis 2050 komplett erneuerbar ist. Das erfordert große Umbauten im Wirtschafts- und Energieversorgungssystem. Windkraft- und Fotovoltaikanlagen verbrauchen jedoch unbebaute Fläche und dringen oft direkt in den Lebensraum von Flora und Fauna ein. Nun hat Bundesumweltministerin Barbara Hendricks Richtlinien vorgestellt, die für eine naturverträgliche Energiewende sorgen sollen.

Effizienz als Grundlage

Energie dürfe nicht verschwenderisch verbraucht werden, auch dann, wenn sie sauber gewonnen wurde, betont die Umweltministerin. Deswegen sei „Efficiency first“ unverzichtbar. Das gelte auch für die Frage, wie stark Natur und Landschaft belastet werden. Denn bei der Ausrichtung der Energiewende müsse stets beachtet werden, wie die biologische Vielfalt erhalten werde, so Hendricks. Man solle zukünftig verstärkt die Gebäude nutzen und vor allem auf Dächern und Fassaden Solarenergie gewinnen.

Bioenergie aus Rest- und Abfallstoffen

Biomasse soll künftig nur noch in Form von Rest- und Abfallstoffen zur Energienutzung verwendet werden, fordert die Ministerin. Die Erzeugnisse aus Land- und Forstwirtschaft müssten in erster Linie zur Ernährung und als Rohstoffe dienen. Biomasse, die eigens für die Energienutzung produziert werde, wie etwa Energiemais, stünde in Konkurrenz zur höherwertigen Nutzungen.

Angesichts der knapperen Niederschläge müsse man auch bei der Wasserkraft vorsichtiger sein, um teure Fehlinvestitionen zu vermeiden. „In Deutschland ist das Potenzial jetzt schon ausgeschöpft“, sagte Hendricks.