Energiewende: Bilanz 2016

Wie ist die Energiewende im vergangenen Jahr vorangekommen? Der Think Tank Agora Energiewende blickt auf 2016 zurück und gibt einen Ausblick für 2017.

Das Jahr 2016 hat für die Energiewende sowohl gute als auch schlechte Nachrichten gebracht, so das durchwachsene Fazit der Berliner Denkfabrik. Positiv sei, dass das Stromsystem das dritte Jahr in Folge klimafreundlicher geworden ist. Erneuerbare Energien erzeugten mehr Strom als jemals ein anderer Energieträger in Deutschland. Zudem konnten sich Gaskraftwerke von Kohlekraftwerken wieder Marktanteile zurückerobern und der Atomausstieg lief nach Plan. Der Stromverbrauch sank 2016 leicht – dank Effizienzsteigerungen im Haushalts- und Gewerbebereich.

Stimmung gut, Fortschritte mager

Die Zustimmung der Bevölkerung zur Energiewende ist auf sehr hohem Niveau weiter gewachsen. 93 Prozent der Befragten einer repräsentativen Umfrage halten sie für „sehr wichtig“ oder „wichtig“.
Andererseits wurde Ende 2016 deutlich, dass trotz des weiteren leichten Rückgangs der CO2-Emissionen im Stromsektor der gesamte deutsche Treibhausgasausstoß abermals gestiegen ist.

Der Stromverbrauch ist 2016 zwar leicht zurückgegangen, um das für 2020 gesetzte Effizienzziel der Bundesregierung zu erreichen,müsste aber viel mehr eingespart werden. „Deutschland wird zwar immer effizienter im Umgang mit Strom. Denn trotz eines Wirtschaftswachstums von 1,8 Prozent ist der Stromverbrauch gesunken“, sagt Agora-Direktor Patrick Graichen. „Es muss hier aber noch viel mehr geschehen.“

Ausblick 2017

Positiv: Für 2017 erwarten die Berliner Energieexperten weiteres Wachstum bei Windkraftanlagen und die Stilllegung einiger Kohlekraftwerke. Allerdings müssen Verbraucher mit höheren Kosten rechnen. Die Strompreise für Haushalte werden aufgrund steigender Abgaben und Umlagen 2017 erstmals die Marke von 30 Cent pro Kilowattstunde überspringen, hat Agora Energiewende berechnet.