Batteriespeicher aus Silizium

Forscher arbeiten an Anoden aus 100 Prozent Silizium. Diese können zehnmal mehr Energie speichern als herkömmliche Anoden.

Silizium weist eine enorme Speicherkapazität auf: es kann bis zu zehnmal mehr Energie speichern als gängige Graphit-Anoden. Elektroautos würden mit Siliziumspeichern höhere Reichweiten erzielen, Akkus beispielsweise in Mobiltelefonen länger halten und schneller geladen werden. Doch ein Problem hindert die Produktion: die mechanische Instabilität.

Forschungsteam nimmt Herausforderung an

Ein Forschungsteam aus dem Kieler Institut für Materialwissenschaft der Christian-Albrechts-Universität (CAU) will gemeinsam mit RENA Technologies GmbH die Vorteile von Silizium nutzen. Ziel ist es, Anoden aus 100 Prozent Silizium herzustellen und ein Konzept für die industrielle Herstellung dieser Anoden zu entwickeln. Im Institut wird seit 30 Jahren an Silizium geforscht. Zusammen mit den Erfahrungen von RENA aus der Solartechnik bündeln die Partner ihre Kompetenzen, um das Speicherpotenzial von Silizium maximal auszuschöpfen. Das bisherige Problem: Die geringe Lebensdauer von Siliziumanoden auf Grund der hohen Empfindlichkeit des Materials.

Silizium gibt es wie Sand am Meer

Das Halbmetall Silizium ist nahezu unbegrenzt verfügbar, denn herkömmlicher Sand besteht fast nur aus Siliziumoxid. Somit ist Silizium nach Sauerstoff das zweithäufigste Element auf diesem Planeten. Damit wird es zur kostengünstigen, unbegrenzten Ressource und mit der hohen Speicherkapazität zu einem attraktiven Energiespeicher. Das Forschungsprojekt des CAU mit seinem Partner RENA Technologies GmbH wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit insgesamt einer Million Euro gefördert.