Augen auf beim TV-Kauf

Sind neue TV-Geräte energieeffizienter als ältere Modelle? Computer Bild ist dieser Frage nachgegangen und hat überraschende Antworten gefunden.

Energie-Effizienzlabel auf Elektrogeräten vermitteln den Eindruck: Der neue Fernseher ist gar nicht so teuer, weil er auf lange Sicht weniger Strom verbraucht als der alte. Das stimme meist nicht, fand die Zeitschrift Computer Bild heraus. Oft schlucke ein sogenanntes energieeffizientes Neugerät genauso viel oder noch mehr Strom als der Vorgänger. Was im Kleingedruckten stehe, habe mit der Wirklichkeit wenig zu tun, weil die Werte unter Idealbedingungen gemessen wurden, so das Blatt.

Unrealistische Laborbedingungen

Energieeffizienzklassen auf der Verpackung von Elektrogeräten sollen Konsumenten bei der Kaufentscheidung unterstützen. Was Händler und Hersteller bei der Werbung aber verschweigen: Die Einstufung basiert auf Messungen unter unrealistischen Laborbedingungen. Optimale Bildqualität bieten TV-Geräte etwa im Film-Modus, der deutlich mehr Strom zieht als die vorinstallierten Werkseinstellungen. Wer glaubt, dass ein Fernseher mit dem Label A automatisch mehr verbraucht als das Konkurrenzmodell mit B, liege falsch, erklärt die Computer Bild. Die Angabe sei relativ, denn neben dem Stromverbrauch bestimmt auch die Bildschirmgröße die Kategorie.

Welcher darf es denn nun sein?

Für Stromsparer gilt die Faustregel: Ist der alte Fernseher bis zu sieben Jahre alt, darf das neue Modell nur eine bis zwei Nummern größer ausfallen, wenn die Stromkosten zumindest gleich bleiben sollen. Bei vier Stunden Fernsehkonsum am Tag unterscheidet sich der Verbrauch zwischen einem alten Stromfresser und einem aktuellen 55-Zoll-Gerät der Klasse A um 400 Kilowattstunden – das entspricht immerhin knapp 130 Euro im Jahr.