Atomausstieg ja, Einschränkungen nein

Laut einer Umfrage lehnen die Bürger Einschränkungen durch die Energiewende mehrheitlich ab – trotz Ja zum Atomausstieg. Nur jeder Fünfte akzeptiert die hierfür nötigen Maßnahmen.

Mehr als die Hälfte der Deutschen lehnt Beeinträchtigungen ihres Umfelds durch die Energiewende mehr oder weniger deutlich ab – obwohl die Bundesbürger prinzipiell den Atomausstieg befürworten. Nur jeder Fünfte kann sich mit Maßnahmen wie dem Ausbau von Stromleitungen oder dem Aufstellen von Windrädern abfinden. Das ergab eine repräsentative Online-Befragung der Ensys AG.

Atomausstieg ja, aber nicht bei mir

Nach dem Motto ‚Atomausstieg ja, aber nicht bei mir’ befürworten zwar 72 Prozent der Deutschen den eingeschlagenen Weg der Energiewende. Beeinträchtigungen der Lebensqualität, vor allem durch Umbau der Natur vor der Haustür, lehnen aber 55 Prozent der Befragten ab – sechs Prozent kategorisch und 13 Prozent zumindest tendenziell. Nur 20 Prozent sagten aus, dass sie diese Einschränkungen für das Ziel der Energiewende hinnehmen.

Zwei Seiten einer Medaille

Die Energiewende hin zu Ökostrom ist die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite stehen hohe Kosten, vor allem durch die EEG-Umlage und bauliche Maßnahmen, etwa das Errichten von Windparks, Stauwasserbecken und Stromtrassen. Die sind aber unumgänglich, um die Erzeugung, Speicherung und Beförderung der Erneuerbaren sicherzustellen.