Apple: Vom Saulus zum Paulus

Ende letzter Woche kündigte das US-Unternehmen Apple an, zukünftig nicht mehr die Auflagen des Umweltsiegels "EPEAT" zu erfüllen. Nach massiver Kritik revidierte Apple sein Ankündigung.

Seit Jahren legt Apple Wert auf das Umweltsiegel „EPEAT“, ein von der US-Umweltbehörde „EPA“ unterstütztes Zertifikat. Das Siegel erhalten Geräte, die unter anderem einfach zerlegt und recycelt werden können. Letzte Woche gab Apple bekannt, dass 39 seiner Produkte die EPEAT-Auflagen in Zukunft nicht mehr erfüllen, und somit auf das Siegel verzichten werden.

Als Grund für den überraschenden Ausstieg nannten Technikexperten die kompakte Bauweise des Laptops „MacBook-Pro“ mit Retina-Display. Hier wird der Akku fest mit dem Gehäuse verklebt und das Display mit dem Glas verschmolzen. Das erschwert das Recycling erheblich und macht eine Reperatur, ohne Schäden am Gerät zu verursachen, unmöglich.

Erste Konsequenzen des Ausstiegs bekam das Unternehmen, sofort zu spüren: Die Stadtverwaltung von San Francisco stoppte den weiteren Kauf von Apple-Produkten. Die Reaktion war absehbar: Von der Stadt betriebene Geräte müssen den Umweltrichtlinien von „EPEAT“ entsprechen.

Jetzt die 180 Grad-Wende

Mit Bekanntwerden des Verzichts der Stadt San Francisco auf den Kauf weiterer Apple-Produkte korrigierte Apple am Wochenende seine Entscheidung. Gleichzeitig gab das Unternehmen bekannt auch in Zukunft gesteigerten Wert auf die Umwelt legen zu wollen.

Das Apple die Ökologie bei der Konzeption von Produkten berücksichtigt, bestätigt ein Bericht der Umwelorganisation „Green Peace“. Die Umweltschützer stuften das Unternehmen aus Cupertino in den Bereichen „Energieeffizienz und Strategien zur Verringerung von CO2-Emissionen“, „Erneuerbare Energien“ und „Standortifrastruktur“ jeweils um eine Note nach oben. Der US-Technologiekonzern konnte seine Einstufung von „D“ auf „C“ verbessern. Mit diesen mittleren Werten kann Apple zwar nicht glänzen, zeigt sich aber bemüht, auch im Bereich Umweltschutz Image-Punkte zu sammeln.