Altmaier warnt vor Kostenexplosion

Die Kosten für die Energiewende könnten sich laut Umweltminister Altmaier auf bis zu eine Billion Euro summieren. Opposition und Verbände kritisierten Altmaiers Prophezeiungen scharf.

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) hat Umweltminister Peter Altmaier darauf hingewiesen, dass sich die Kosten für die Energiewende bis 2040 auf rund eine Billion Euro summieren könnten. Ursache sei vor allem die Einspeisevergütung für Neuanlagen.

„Einerseits wird die Vergütung 20 Jahre gewährt und es fallen bisher kaum alte Anlagen aus der Förderung, es kommen aber viele neue hinzu.“, so Altmaier gegenüber der FAZ. Zum anderen sei der Preis an der Börse, wo der EEG-Strom vermarktet wird, stärker gefallen als ursprünglich angenommen.

Strompreisbremse soll Kosten senken

Ohne Kürzungen, so der Umweltminister, würden bis 2022 allein für die Einspeisevergütung Kosten in Höhe von knapp 680 Milliarden Euro auflaufen. Zu diesem Betrag kämen weitere Kosten hinzu, beispielsweise für den Netzausbau, die Elektromobilität und die energetischen Gebäudesanierung.

Mit Hilfe einer „Strompreisbremse“ plant Altmaier die anfallenden Kosten zu reduzieren. Gemeinsam mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) schlägt er vor, die Einspeisevergütung für neue Anlagen zu senken. Durch diese Maßnahme könnten Kosten von bis zu 300 Milliarden Euro vermieden werden.

Scharfe Kritik seitens der Verbände

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) wies die Aussagen von Bundesumweltminister Peter Altmaier über die angeblichen Kosten der Energiewende als völlig unseriös zurück. „Bei allem Verständnis für den Wahlkampfmodus des Bundesumweltministers – seine aktuellen Schätzungen über die Kosten der Energiewende entbehren jeglicher realen Grundlage.“, so BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk.

In dem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vergleiche Altmaier nicht nur die Vollkosten der Erneuerbaren Energien mit den Grenzkosten alter, abgeschriebener Kraftwerke. „Auch lässt er die Umwelt- und Gesundheitskosten einer fossil-nuklearen Energieversorgung völlig außer Betracht“, sagt Falk. Darüber hinaus blende er jene Kosten aus, die der Ausbau Erneuerbarer Energien hierzulande kompensiert.

Opposition empört

Auch die Opposition äußerte scharfe Kritik. So sagte beispielsweise der Grünen-Politiker Hans-Josef Fell: „Mit Horrorzahlen versucht er (Altmaier) die Investitionskosten für erneuerbare Energien aufzubauschen, dabei liegen die Kosten für die Beibehaltung des konventionellen Energiesystems mindestens doppelt so hoch.“