Sonnenenergie speichern

Photovoltaikanlagen liefern unschlagbar günstigen Strom. Mit Batteriespeichern lässt dieser sich sogar nutzen, wenn die Sonne nicht scheint.

Sonnenstrom auf dem eigenen Dach erzeugen – damit liebäugeln viele Hauseigentümer. Und immer mehr davon setzen ein solches Projekt auch in die Tat um: Laut Bundesverband Solarwirtschaft installierten die Deutschen allein im Jahr 2016 insgesamt 52 000 neue Photovoltaikanlagen. Gute Gründe für den starken Zubau sind der Klimaschutz und die günstigen Preise für den selbst erzeugten Sonnenstrom. Denn: Solarstrom aus moder­nen Photovoltaikanlagen kostet in­zwischen nur noch etwa acht Cent pro Kilowattstunde – also weniger als ein Drittel des Durchschnittspreises für herkömmlichen Haushaltsstrom.
Einen Großteil der Solarenergie nutzen viele Anlagenbetreiber allerdings gar nicht selbst: Ein durchschnittlicher Haushalt verbraucht nur rund ein Drittel seines selbst produzierten Stroms. Den Rest speist er in das Netz ein und erhält dafür eine heute vergleichsweise niedrige Einspeisevergütung. Das geht auch profitabler – zum Beispiel mit Batteriespeichern.

Photovoltaik und Speicher kombinieren

Batteriespeicher sorgen dafür, dass sich selbst erzeugter Solarstrom zeitversetzt nutzen lässt. Also nicht immer nur dann, wenn er gerade entsteht, sondern wenn ihn die Bewohner des Hauses auch tatsächlich brauchen. Denn im Normalfall ist die Solarausbeute mittags am höchsten, der Verbrauch aber eher niedrig, weil meist keiner zu Hause ist. Dagegen schnellt der Bedarf abends in die Höhe: Waschmaschine, Herd, Fernseher und Computer laufen auf Hochtouren. Wer den in der Batterie zwischengelagerten Strom nun nutzt, steigert seinen Eigenverbrauch deutlich – von um die 30 Prozent auf bis zu 70 Prozent. Benötigen die Bewohner des Hauses sogar mehr Energie als Batterie und Solaranlage liefern, springt der Energieversorger mit zusätzlichem Strom ein. Und falls das kleine Kraftwerk auf dem Dach an sehr sonnigen Tagen mehr Energie erzeugt als die Batterie im Keller speichern kann, wird sie gegen Vergütung ins regionale Stromnetz eingespeist.

Eine Frage der Kosten

Trotz der Vorteile arbeiten erst vergleichsweise wenig Batteriespeicher in Privathaushalten. Der Grund: Die Geräte, die ungefähr die Größe eines Kühlschranks haben, waren bisher so teuer, dass sich der Kauf kaum rentiert hat. Das ändert sich jetzt, denn die Preise sinken rapide. Zwischen 2013 und 2016 haben sie sich um rund 40 Prozent verringert, rechnen der Bundesverband Solarwirtschaft und die Speichermesse ees Europe vor. Und die Preise sinken weiter. „Im ersten Quartal 2017 lagen sie teilweise bei nur noch rund 1150 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität“, sagt Carsten Tschamber von der baden-württembergischen Branchenvereinigung Solar Cluster. Die Grenze zur Wirtschaftlichkeit ist damit fast erreicht. Liegt der Preis bei rund 1000 Euro pro Kilowattstunde Speicherkapazität oder darunter, bringen die Batteriespeicher erstmals mehr ein als sie kosten. Mithilfe von Fördergeldern der staatlichen KfW-Bank und professioneller Beratung lässt sich die 1000-Euro-Marke mittlerweile knacken. Noch bis 31. Dezember 2017 übernimmt die KfW 13 Prozent der Nettoinvestitionskosten, die für Kauf und Einbau eines Batteriespeichers anfallen. Nach dem Jahreswechsel reduziert sich der Betrag auf zehn Prozent bis Ende Dezember 2018, dem voraussichtlichen Ende der Förderung. Spätestens dann könnten Speicher die Wirtschaftlichkeitsgrenze auch ohne Fördergelder erreichen. Wichtige Voraussetzung: Bei der Planung unbedingt einen Fachmann zu Rate ziehen. Schon die Frage, wie groß die Speicherkapazität der Batterie sein soll, kann den Laien überfordern.

Speichern für die Energiewende

Wer Solaranlagen mit Stromspeichern kombiniert, bringt die Energiewende voran. Auch deshalb, weil der zwischengespeicherte Ökostrom die Netze entlastet. Ohne Speicher speisen Solaranlagen bei Sonnenschein alle gleichzeitig Strom ein. Gibt es in einer Region viele Sonnenkraftwerke, kann das mittags zu einer Überlastung der Netze führen. Solarstromspeicher verringern die Einspeisung und tragen so dazu bei, eine gleichmäßige Spannung und Frequenz im Netz zu halten.


Förderung für Solarstromspeicher

Die KfW-Bank unterstützt die Anschaffung eines Solarstromspeichers mit einem zinsverbilligten Darlehen und einem Tilgungszuschuss. Wer sich eine typische Photovoltaik-Anlage mit einer installierten Leistung von fünf Kilowatt neu zulegt, erhält für den Speicher einen maximalen Kreditbetrag von 10 000 Euro und einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von bis zu 1300 Euro. Zum Jahreswechsel verringert sich der Fördersatz: Der Zuschuss sinkt am 1. Januar 2018 von 13 auf 10 Prozent der Nettoinvestitionskosten, die für den Kauf und Einbau eines Batteriespeichers anfallen.
Die Förderung erfolgt direkt über die KfW-Bank. Alle Infos zum Programm „Erneuerbare Energien – Speicher“ finden Sie hier.