Zügig voran

Leitungssysteme im Stadtgebiet auf einer Länge von 1,8 Kilometern zu verlegen, ist kein Pappenstiel. Besonders auf der vielbefahrenen Brandenburger Straße.

Die Bauarbeiten entlang der Brandenburger Straße gehen zügig voran, auch wenn das für den Laien nicht immer klar zu erkennen ist. Gerade ist eine Spezialmaschine eingetroffen, die auf Höhe der Feuerwehr die ICE-Schnelltrasse in einer Tiefe von 4,50 Metern auf einer Länge von 30 Metern unterqueren wird. Kein einfaches Unterfangen, denn der Zugverkehr darf während der Arbeiten keiner Gefährdung ausgesetzt sein. Immer wieder müssen die Schienen vermessen werden, damit sichergestellt ist, dass es keine Absenkungen gibt. Von der Bohrung selbst ist kaum etwas zu sehen, eben nur die Maschine.

Exakt im Zeitplan

Doch die Unterquerung der Bahnlinie ist nicht das einzige Hindernis, das sich den SWK-Mitarbeitenden in den Weg stellt. Bereits im Sommer hat SWK mit Spülbohrverfahren in einer Tiefe von fünf Metern eine Verbindung vom Sportplatz der Feuerwehr, teilweise unter dem Porschezentrum hindurch, zum Umspannwerk Lorettohöhe geschaffen. Gemerkt haben die Menschen im Porschezentrum davon nichts. Imposanter war es da schon, die Spezialfräse zu beobachten. In Windeseile hat sie für die Verlegung der Stromkabel und Fernwärmerohre einen zwei Meter breiten Graben mit einer Tiefe von 1,85 Metern ausgehoben. Aufgrund der Bodenbeschaffenheit, nach der dünnen Erdschicht steht Fels an, wäre ein Bagger hier schnell an seine Grenzen gekommen. „Der Einsatz der Fräse hat den Zeitaufwand um etwa ein Drittel verkürzt“, erklärt der Teilprojektleiter für die Netzanbindung Bernd Weißmann. „Trotz vieler Unwegsamkeiten sind wir exakt im Zeitplan. Bei der Kampfmittelsuche gab es verschiedene Verdachtspunkte. Coronabedingt durften wir diese nicht sofort öffnen, da bei einem Bombenfund das Krankenhaus hätte evakuiert werden müssen. Das wollte zu diesem Zeitpunkt niemand riskieren. Zum Glück wurden später nur alte Metallteile gefunden“, berichtet der Projektleiter.

SWK setzt auf ihrer Baustelle in der Brandenburger Straße Spezialmaschinen ein. Das verkürzt die Bauzeit erheblich.

Geballte Kompetenz

SWK-Vorstand Markus Vollmer ist voll des Lobes für seine Mannschaft. „Wir haben einen sehr ambitionierten Zeitplan. Wenn wir diesen nicht einhalten, verlieren wir Zuschüsse in Millionenhöhe. Mit dem Verlauf der Baumaßnahme bin ich mehr als zufrieden. Wir stemmen das gesamte Projekt von der Planung bis zur Baubetreuung mit unseren eigenen Leuten. Allein die Unterquerungen sind eine Meisterleistung. Bei der Modernisierung unseres Heizkraftwerks zeigt sich die geballte Kompetenz in unserem Unternehmen. Ich bin stolz auf unsere Mitarbeitenden“, sagt Markus Vollmer.

Ausstieg aus der Kohle

SWK erneuert ihr Heizkraftwerk in der Karcherstraße. Rund 65 Millionen Euro investiert das Versorgungsunternehmen in die Entwicklung eines flexiblen Strom-Wärme-Systems. Die Modernisierung umfasst den Ersatz der Kohleanlage durch moderne hocheffiziente Gasturbinen. Im Zuge der Baumaßnahmen entsteht auch ein neues Umspannwerk auf dem Betriebsgelände. Wenn die neue Anlage in Betrieb geht, wird sich die Stromerzeugung verdoppeln. Damit der Strom vom Netz aufgenommen werden kann, muss eine Anbindung zum Umspannwerk Lorettohöhe an der Pariser Straße geschaffen werden.