Versorgungssicherheit im Vordergrund

Am 18. März 2015 diskutierten Experten über das Thema „Neues Strommarktdesign“. Für die Verbraucher geht es letztendlich um
Versorgungssicherheit.

SWK-Vorstand Markus Vollmer, im Vordergrund neben Referent
Dr. Felix Chr. Matthes, folgte mit großem Interesse
der Diskussion.

view - die agentur / Reiner Voß

Die Energiebranche steht vor einem
umfassenden Umbruch. Nie
gab es Herausforderungen in diesem
Ausmaß. Erfreulicherweise
wächst der Anteil der erneuerbaren
Energien. Das wirkt sich in
vielfältiger Weise auf die Stromversorgung
aus.

Fossile Kraftwerke sind immer weniger
Stunden im Jahr am Netz.
Das macht sie unrentabel. Daher
sinkt die Bereitschaft, in konventionelle
Kraftwerke zu investieren.
Aber gerade sie werden gebraucht,
um die Versorgungssicherheit zu
gewährleisten, wenn Sonne und Wind nicht genug Strom liefern.
Hier kommt der Begriff des Strommarktdesigns
ins Spiel. Für den
Laien ist es ein sperriger Begriff,
hinter dem eine Reihe von großen
Fragen steht: Wie kann die Energiewende
gelingen? Wie kann sie
effektiv und kostengünstig umgesetzt werden? Wie kann eine umfassende
Versorgungssicherheit gewährleistet
werden? Was müssen
wir tun, um die Akzeptanz für die
Energiewende in der Bevölkerung
zu erhalten?

Weiter so oder Neues Modell?

In seiner Eröffnungsrede umriss
Markus Vollmer, Vorstand der
SWK Stadtwerke Kaiserslautern,
die politische Situation. Die Novellierung
des Energiewirtschaftsgesetzes
stehe an. Jetzt müssten
Vorschläge erarbeitet werden. „Wir
stehen also vor der Frage, ob eine
Weiterentwicklung des bestehenden
Strommarktes ausreicht oder
ob wir ein neues Modell mit einem
Kapazitätsmarkt brauchen“,
so Vollmer. Hinter dem Begriff Kapazitätsmarkt
steht die Idee, dass
Energieversorgungsunternehmen
nicht nur eine Vergütung für den
gelieferten Strom erhalten, sondern
auch für die Vorhaltung von
Anlagen für den Fall, dass Sonne
und Wind gerade mal keine oder
nicht genügend Energie liefern.

Leidenschaftliche Diskussion

Christoph Kahlen, Leiter der Unternehmenskommunikation
der Thüga AG München, stellte das von der Thüga-Gruppe in
die Diskussion eingebrachte Kundenmodell vor.

view - die agentur / Reiner Voß

Auf Einladung der Stadtwerke
Kaiserslautern legten Experten
im Kammgarn Kulturzentrum
ihre unterschiedlichen Modelle
dar. Dr. Felix Chr. Matthes, Forschungskoordinator
Energie- und
Klimapolitik am Öko-Institut e. V.
in Berlin, ging der Frage nach: Wie
können wir eine nachhaltige ökonomische
Basis für ein regeneratives
Energieversorgungssystem
schaffen?

Christoph Kahlen, Leiter der Unternehmenskommunikation
der Thüga
AG München, erklärte, warum die
Energiewende ein neues Marktdesign
braucht. Er will den Kunden in
die Pflicht nehmen. Dieser soll für
sich entscheiden, welches Maß an
Versorgungssicherheit für ihn notwendig
ist. Daran schloss sich eine
lebhafte Diskussion an, die auch
das Publikum einbezog.

Hier finden Sie weitere nützliche Informationen zu allen Lautrer Energieforen.