Stein auf Stein

Lego verbindet nicht nur bunte Steine, sondern auch Generationen. Die Ausstellung auf der Gartenschau lässt Groß und Klein staunen.

Die farbigen Kunststoffklötze mit den Noppen hat wohl schon jeder einmal in der Hand gehabt. Doch für die meisten hört der Spaß mit der Kindheit auf. Dabei gibt es kaum etwas, das sich nicht mit Lego gestalten lässt. Besonders beliebt sind naturgetreue Nachbildungen von Gebäuden. „Es gibt wohl keine Stadt, außer Berlin, wo es so viele Modelle von real existierenden Gebäuden gibt wie von Kaiserslautern“, erklärt Martin Schild, der 1. Vorsitzende des Vereins Lauter Steine e. V. Zwischen Rathaus, Pfalztheater und Volksbank ist das Elektrizitätswerk aus dem Jahr 1894 in guter Gesellschaft. Anlässlich des Jubiläums „125 Jahre Strom für Kaiserslautern“ hat SWK das Modell in Auftrag gegeben.

Perfekt geplant

Bis die Mitglieder des Vereins ans Werk gehen konnten, mussten sie umfangreiche Vorarbeiten leisten. Die Anlage ist in ihrer ursprünglichen Form nicht mehr erhalten. Der Fundus an Plänen und Fotografien aus den Anfängen ist auch nicht gerade üppig. Daher waren umfängliche Recherchearbeiten notwendig, bevor es losgehen konnte.

Vereinsvorsitzender Martin Schild interessiert sich für alte Häuser und koordinierte so das Projekt. Die Modelle werden ungefähr im Maßstab 1:30 gebaut. Die Ungenauigkeiten beim Maßstab sind der Größe der Legosteine geschuldet. Denn gebaut wird nur mit Normsteinen aus der normalen Produktion. Spezialanfertigungen oder abweichende Farben sind tabu. Das stellt die Baumeister vor weitere Herausforderungen. So müssen sie klären, bevor sie an den Aufbau eines historischen Modells gehen können, welche Steine verwendet werden sollen und wo diese Steine in ausreichender Menge zu einem günstigen Preis zu bekommen sind. Denn die Preisspannen sind enorm. Der teuerste Stein für das Elektrizitätswerk hat sieben Euro gekostet, der günstigste hingegen, die sogenannten Käseecken, die für das Dach benötigt wurden, jedoch nur 0,3 Cent. Bei 27 000 Stück kann eine andere Lösung beachtliche Mehrkosten verursachen. Die Beschaffung des Materials ist eine logistische Meisterleistung, die reichlich Spezialwissen erfordert. Rund 11 000 verschiedene Bauteile, so schätzt Martin Schild, umfasst das Sortiment. Viele Teile gibt es zudem auch in unterschiedlichen Farben.

Die Kunst des Zusammenfügens

Trotz der Fülle gibt das Sortiment nicht alles her, was gebraucht wird. Da ist Fantasie gefragt. Immer wieder probieren die begeisterten Legobauer Möglichkeiten aus, bis die Teilstücke ihren Vorstellungen entsprechen. Dabei spielt das sogenannte Snotten eine wichtige Rolle. Mit dieser Technik können die Steine nicht nur vertikal verbunden werden, sondern auch horizontal. Unter den Mitgliedern wird durchaus kontrovers diskutiert, wie die beste Lösung aussieht. „Im Laufe der Zeit sind dadurch unsere Modelle immer detailreicher geworden“, kommentiert Martin Schild.

Spenden erwünscht

Sie haben noch eine nicht mehr benötigte Kiste mit Lego-Teilen auf dem Dachboden? Der Verein Lauter Steine e. V. freut sich über jede Spende. Unter der Facebook-Seite des Vereins können Sie mit den Baumeistern Kontakt aufnehmen!

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Acht Erwachsene und sechs Kinder haben am Modell des Elektrizitätswerks gebaut.

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In nur drei Monaten war das Modell nahezu fertig. 225 000 Steine wurden verbaut. Im Innern kamen gebrauchte Legosteine zum Einsatz.

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