Perfekter Bühnenzauber

Das Pfalztheater Kaiserslautern ist die größte Kultureinrichtung der Pfalz. Das Dreispartenhaus steht hoch in der Gunst des Publikums.

Generalprobe: Stephan Müller macht sich für seinen Auftritt bereit. Er muss nicht in die Maske und ein Kostüm braucht er auch nicht. Stephan Müller agiert im Verborgenen. Während der Aufführung des kleinen Horrorladens wird ihn das Publikum nicht zu Gesicht bekommen. Und doch steht er ganz prominent auf der Bühne, verborgen in der fleischfressenden Pflanze Audrey II. Mittels einer ausgeklügelten Mechanik lässt der Puppenspieler die Pflanze agieren. Dabei ist äußerste Präzision gefragt. Denn die Bewegungen müssen synchron zur Stimme ausgeführt werden. Seitlich der Bühne stehen Astrid Vosberg oder Andy Kuntz und übernehmen den Gesangspart der Pflanze. Stefan Müller muss den Blickkontakt halten und gleichzeitig die Pflanze führen.

Mehr als ein Requisit

In dem Musical von Alan Menken und Howard Ashman ist die fleischfressende Pflanze mehr als ein Requisit. Im Laufe des Stücks nimmt sie immer mehr Raum ein und entpuppt sich als Hauptdarstellerin. Anfänglich ein kleines Pflänzchen, legt sie ein gewaltiges Wachstum an den Tag. In vier verschiedenen Größen hat sie ihren Auftritt. Bis die aufwendig mit vielen beweglichen Teilen gearbeitete Pflanze auf der Bühne ihr Unwesen treiben kann, hatten Schreinerei, Schlosserei, Kaschierer und Maler jede Menge Arbeit. Doch das Publikum belohnt den Einsatz. Aufgrund des großen Erfolgs hat das Pfalztheater die Musical-Produktion „Der kleine Horror­laden“ in der neuen Spielzeit wieder aufgenommen.

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Mit unbändigem Appetit verlangt Audrey II nach neuen Opfern.

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Bewegt sich die Pflanze, steckt Stefan Müller dahinter. (Bild: view – die agentur / Martin Goldhahn)

Energie-Tipp/

Energie-Tipp

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Gerade noch einmal gut gegangen: Seymour hat Audrey gerettet.

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(Bild: view – die agentur / Martin Goldhahn)

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Mit Körpereinsatz bewegt Stefan Müller die gierige Pflanze. (Bild: view – die agentur / Martin Goldhahn)

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(Bild: view – die agentur / Martin Goldhahn)

Kultstatus

Das 1982 am Broadway uraufgeführte Musical hat schnell Kultstatus erreicht. „Die Geschichte ist nicht so ganz plausibel, eigentlich ist sie absurd, aber sehr lustig“, erklärt die zuständige Dramaturgin des Pfalztheaters Andrea Wittstock. „Das macht aber gerade den Reiz des Musicals aus.“ Die Geschichte ist schnell erzählt: Der Blumenladen von Mr. Mushniks läuft schlecht. Das ändert sich, als eines Tages der Angestellte Seymour eine exotische Pflanze, die er nach seiner wasserstoffblonden Kollegin Audrey II benennt, ins Schaufenster stellt. Die Kunden strömen herbei, Seymour wird berühmt, die Pflanze wächst und gedeiht. Doch die Sache hat einen Haken. Audrey II hat einen unbändigen Appetit und verlangt nach immer mehr Opfern. Mit fetziger Musik und liebevoll gezeichneten Figuren gehört „Der kleine Horror­laden“ zu den meistgespielten Musicals im deutschen Sprachraum. „Die Besucher erwartet ein Abend mit guter Laune auf musikalisch hohem Niveau“, kündigt die Dramaturgin an.

Umfangreich

Über 400 Vorstellungen bringt das Pfalztheater jährlich auf die Bühne. Dazu kommen Hunderte theaternahe Zusatzveranstaltungen wie Matineen, Einführungen, Workshops und exklusive Führungen hinter die Kulissen des zweitgrößten Dreispartenhauses in Rheinland-Pfalz. Als einziges Theater im Land verfügt das Pfalztheater über einen ausgeprägten Abstecherbetrieb. Mit seinen Opern-, Schauspiel-, Ballett- und Konzert-Produktionen gibt das Pfalztheater Gastspiele in Landau, Neustadt, Frankenthal, Ludwigshafen und im Saarland. 330 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 23 Ländern machen vor und hinter den Kulissen diesen umfangreichen und vielfältigen Spielbetrieb möglich.

Weitere Vorstellung am Donnerstag, 5. Januar 2017, 19:30 Uhr

„Die Besucher erwartet ein Abend mit guter Laune auf musikalisch hohem Niveau.“