Man wird sehen

Zum vierten Mal holt Carl KENZ mit ARTinfect internationale Urban-Art-Künstler nach Kaiserslautern.

Einst war Pfaff der Stolz der Lautrer. Von hier aus gingen die berühmten Nähmaschinen in die ganze Welt. Doch die goldenen Zeiten sind längst vorbei. Seit zehn Jahren stehen hier die Räder still. Das Gelände ist heute eine Industriebrache. In den kommenden Jahren wird auf dem Areal ein klimaneutrales Quartier entstehen. Alles in allem möchte man ein attraktives und nachhaltiges Arbeits- und Lebensumfeld in Zentrumsnähe schaffen. Carl KENZ, der international arbeitende Urban-Art-Künstler aus Kaiserslautern, erhofft sich, dass es auch Raum für Künstler und Kunst geben wird. Denn Kunst und Kultur tragen entscheidend zur Attraktivität eines Standortes bei.

Im Dialog

Bis ein neues Quartier entstanden ist, will Carl KENZ nicht warten. Er nutzt die Zeit vor dem Abriss und belebt die Gebäude auf dem geschichtsträchtigen Gelände. Für sein Pfaff-Projekt hat er Künstler aus aller Welt eingeladen, um in fünf Hallen mit einer Fläche von 4000 Quadratmetern zu arbeiten. Jede der Hallen hat ihren ganz besonderen Charme, verbreitet eine besondere Stimmung. Alle sind merklich vom Zerfall gezeichnet. Eingeworfene Fensterscheiben. Eindringende Nässe. Verwerfungen im Boden. Längst ist die Natur dabei, das Gelände zurückzuerobern. Gras in den Ritzen, junge Birken haben Fuß gefasst. Hier und da ein Nussbaum, Brombeergestrüpp. Ruhe.

Die

Die Fabelwesen des Niederländers Serge schauen zurück. Die Gebäude sind dem Verfall preisgegeben.

Die

Die Wand ist nass. Langsam lösen sich die Arbeiten von Carl KENZ und Bustart auf. Ein Dialog mit der Halle entsteht.

Beim

Beim Live-Painting verfolgt das Publikum, wie Endo sein Graffiti komponiert.

Jung

Jung und Alt interessieren sich für die auf dem ehemaligen Pfaff-Areal entstehenden Kunstwerke und nutzen gerne die Führungen.

ARTinfect

ARTinfect zieht ein sehr unterschiedliches Publikum an.

International und renommiert

Zwei Jahre lang werden national und international renommierte Künstler zu Gast sein. Auf unterschiedliche Weise werden sie sich mit dem Gelände und den Räumen auseinandersetzen. Mit ihren Werken werden sie Spuren hinterlassen. Spuren, die wie die Gebäude der Vergänglichkeit zum Opfer fallen werden. Werk und Ort treten in einen Dialog. Thematische Vorgaben für die Arbeiten gibt es nicht. „Alle Künstler arbeiten frei“, erklärte Carl KENZ. „Ich kenne sie alle persönlich und weiß, wie sie arbeiten. Man wird sehen, ob sich im Laufe der Zeit Themengruppen bilden oder sich ähnliche Stilrichtungen zusammen in einer Halle finden. Angestrebt ist das jedoch nicht.“ Bisher haben zehn Künstler auf dem Gelände gearbeitet. Sie vertreten unterschiedliche Stilrichtungen der Urban Art. Urban Art ist ein Sammelbegriff für alle Kunstformen, die sich im städtischen Kontext bewegen. Längst umfasst die Bezeichnung weit mehr als Graffiti und Street Art. In der Auseinandersetzung mit anderen Kunstrichtungen wurden immer wieder neue Elemente integriert. So finden sich beispielsweise fotorealistische Arbeiten neben eher grafisch inspirierten Werken, Surreales neben Pop Art und Comic-Elementen.

Eingeladen

Am letzten Juli-Wochenende lud Carl KENZ erstmals zu einer Vernissage ein. Auf dem Programm stand die offizielle Präsentation der bis dahin entstandenen Kunstwerke. Bei den Führungen konnten sich die Besucher einen Eindruck verschaffen und zwei Künstlern beim Arbeiten über die Schulter schauen. Snare 79 aus Deutschland und Endo aus Serbien waren zu Gast. Die Ausstellung im Speisesaal zeigte Leinwand- und Printarbeiten sowie Skulpturen der Künstler. Weitere Vernissagen werden folgen, sodass das Publikum das Entstehen dieses gewaltigen Gesamtkunstwerks verfolgen kann.


Mehr Infos über das Projekt und die arbeitenden Künstler unter artinfect.de