Hier hören alle zu

Der Kulturclub Salon Schmitt hat im August sein dreijähriges Bestehen gefeiert. Mit familiärer Exklusivität wird er gerade eine Top-Adresse Deutschlands.

Über dem Eingang hängt noch das alte „Goldwell“-Schild. Einst wurde hier gewaschen und gelegt, Stunden bei der Dauerwelle ausgeharrt, während nebenan im Herrensalon der Fassonschnitt hoch im Kurs stand. Doch die Zeiten haben sich geändert und der Salon stand viele Jahre leer. Michael Halberstadt und Daphne Landenberger haben ihn zu neuem Leben erweckt. Heute beherbergt er einen Kulturclub. Hier finden Konzerte statt, es gibt Ausstellungen, Lesungen und eine Reihe anderer Veranstaltungen.

Voll im Trend

„Eigentlich war es eine Schnapsidee“, sagt Michael Halberstadt. Als er vor Jahren an dem alten „Goldwell“-Schild vorbeikam, warf er ­einen Blick durch das Schaufenster. Sofort war ihm klar, diese Räume sind ideal für einen Club. In Daphne Landenberger fand er eine Mitstreiterin. Auch sie war sofort von der Idee überzeugt. Dann nahm alles seinen Lauf. Der Vermieter konnte überzeugt werden. Die anstehenden Renovierungsarbeiten waren sehr umfangreich. In gut einem halben Jahr haben die beiden in Eigenleistung die ­Räume auf Vordermann gebracht. „Während dieser Zeit habe ich als Musiker eigentlich eine Handwerkerlehre gemacht“, erklärt ­Michael Halberstadt. „Wir standen jeden Tag vor einem neuen Prob­lem.“ Doch mit etwas Unterstützung konnten die ­Renovierungsarbeiten in dem Gebäude, dessen Fassade denkmalgeschützt ist, bewältigt werden. „Wir mussten Fenster und Türen stilgetreu ersetzen“, erzählt Daphne Landenberger. „Auch die Fliesen in der ehemaligen Teeküche sind noch an der Wand.“ Daphne ­Landenberger hat sie um ein Mosaik ergänzt.

Der liebevolle Ausbau hat sich gelohnt. Das Publikum honoriert ihn. Rund 230 Mitglieder zählt der Club mittlerweile, Tendenz steigend. Die Hürden sind niedrig. Der Club wird als Non-Profit-Unternehmen geführt. Er finanziert sich über Konzerteinnahmen und Mitgliedsbeiträge. Beides auch für schmalere Budgets erschwinglich. Publikum und Künstler schätzen die stimmungsvolle Atmosphäre. „Beim Konzert hört jeder zu. In der Pause kann man ganz ungezwungen Kontakt mit den Künstlern aufnehmen“, ­berichtet Michael Halberstadt.

Die Musiker suchen uns

Seit mehr als drei Jahren bieten die beiden Veranstalter internationalen Künstlern eine Plattform. Die Nachfrage vonseiten der Künstler und Agenturen ist groß. „Wir sind in der glücklichen Lage, dass wir uns aus den Anfragen das Passende aussuchen können“, beschreibt Daphne Landenberger die Situation. „Bei uns treten ­eigentlich keine Coverbands auf. Nahezu alle Musiker schreiben ihre eigene Musik. Hier stehen vornehmlich Singer/Songwriter und Gitarrensolisten auf der Bühne.“ 2019 startet eine neue Veranstaltungsreihe. In Zusammenarbeit mit einer Berliner Agentur wird ­monatlich ein noch unbekannter internationaler Independent-Künstler in den Salon Schmitt kommen.


Weihnachtsgeschenk gesucht?

Wie wäre es mit einer Clubmitgliedschaft oder einem Gutschein für den Konzertbesuch?