Gründerzeit

Beim Startup & Innovation Festival setzte sich Aron Geisel mit seiner Idee durch. SWK unterstützt das junge Unternehmen aus Kaiserslautern mit 10 000 Euro.

Aron Geisel ist selbst bei der freiwilligen Feuerwehr engagiert. Er kennt die Probleme, die bei einem Einsatz auftreten können zur Genüge. Den Rettern läuft die Zeit davon. Im Schnitt haben die Einsatzkräfte für eine Menschenrettung bei einem Wohnungsbrand gerade mal vier Minuten Zeit, damit eine reale Überlebenschance für die zu rettende Person besteht. Die Praxis zeigt aber, dass oft die dreifache Zeit für eine Menschenrettung benötigt wird. Die Ursache liegt nach Ansicht des erfahrenen Feuerwehrmanns darin begründet, dass das Bilden einer Schlauchreserve vor dem letzten Brandabschnitt sehr zeitaufwendig ist. 30 Meter Schlauch werden in der Regel vorgehalten. Beim Vordringen zum Brandherd muss der Schlauch, der etwa 80 Kilogramm wiegt, mit großem Kraftaufwand nachgeführt werden. Bleibt er auf dem Weg irgendwo hängen, muss die Rettung erst einmal abgebrochen werden, bis die Feuerwehrleute den Schlauch wieder nachführen können. Denn er zeigt den Einsatzkräften vor Ort auch den Weg zurück nach draußen.

Sekunden entscheiden

Als Einsatzleiter bei der freiwilligen Feuerwehr in Landstuhl hat sich Aron Geisel Gedanken gemacht. Mit TACBAG hat er ein Schlauchmanagementsystem entwickelt, das diese Probleme löst. Die Schlauchreserve befindet sich auf einer Spule in einer Tasche. Diese wird mitgeführt und ist sofort einsatzbereit. Dadurch bleiben die Wege frei. Der Schlauch verlegt sich schnell und unkompliziert durch das Mitführen der Schlauchtasche. Mittlerweile haben rund 40 freiwillige Feuerwehren das System getestet. Auch Berufsfeuerwehren zeigen Interesse. Das Ergebnis ist verblüffend. „Schon beim erstmaligen Ausprobieren konnte die Rettungszeit um ein Drittel bis ein Viertel reduziert werden“, berichtet Aron Geisel. „Wenn es um Sekunden geht, können wir mit TACBAG Minuten einsparen und so Leben retten.“

view - die agentur / Reiner Voß

Beim Festival informierte SWK am eigenen Stand über Elektromobilität und das neue Funknetz.

view - die agentur / Reiner Voß

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Bei der Bekanntgabe des Siegers war die Freude unter den Feuerwehrkollegen groß.

Für die gute Idee

Bei der Scheckübergabe erklärte SWK-Vorstandsmitglied Markus Vollmer: „Die Idee ist so einfach und zielführend, dass ich eigentlich kaum verstehen kann, dass sie nicht schon längst entwickelt wurde. Wir unterstützen das junge Unternehmen gerne und geben ihm so die Möglichkeit, weiter an dieser Idee zu arbeiten. Wie wichtig das ist, weiß ich aus eigener Erfahrung. SWK selbst ist ein sehr innovatives Unternehmen. Wir beschäftigen ein Kreativteam, das aus Ideen Produkte entwickelt.“

Das Festival

Beim Startup & Innovation Festival im Rahmen des Altstadtfestes bewarben sich 30 Jungunternehmer mit ihren Ideen um den SWK-Preis. Eingeladen hatten Science and Innovation Alliance Kaiserslautern e. V. (SIAK) und Startup West­pfalz e. V. Zehn Start-ups kamen in die engere Auswahl. Eine fünfköpfige Jury, zu der auch Markus Vollmer zählte, wählte beim Vorpitch die drei Finalisten aus. Sie präsentierten beim Altstadtfest ihre Idee einem breiten Publikum. Mehr als 6000 Stimmen wurden abgegeben. Mit seinem Stimmanteil konnte sich Aron Geisel mit dem TACBAG gegen seine Mitbewerber durchsetzen. Herzlichen Glückwunsch!