10. Lautrer Energieforum

Im Zentrum des diesjährigen Forums stand die Frage, wie die Digitalisierung die Energiewende voranbringen kann.

Am 14. März 2018 lud SWK zum zehnten Lautrer Energie­forum ein. Ein kleines Jubiläum. Nachdem sich die vergangenen Foren mit einzelnen Fragestellungen beschäftigten, galt es in diesem Jahr, das Ganze in den Blick zu nehmen. Über allem die ­Frage: „Wie kann die Energiewende gelingen?“ Kaiserslautern hat sich, was den Klimaschutz anbelangt, hohe Ziele gesteckt. Bis zum ­Jahr 2050 will die Stadt die Treib­hausgasemissionen um 95 Prozent und den Energieverbrauch um ­­50 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990 senken.

Einmalige Chance

Oberbürgermeister Dr. Klaus ­Weichel, Schirmherr der Veranstaltung, erklärte, auf dem Pfaff-Areal solle ein klimaneutrales Quartier entstehen. Kaiserslautern habe damit die einmalige ­Chance, aufeinander abgestimmte ­Lösungen zu entwickeln und auf ihre Praxistauglichkeit hin zu prüfen. Die in den einzelnen Sektoren erhobenen Daten sollten zusammengeführt und für ein ­intelligentes Energiemanagement genutzt werden. SWK-Vorstand Markus Vollmer umriss die Rolle der Stadtwerke. „Wir sind der ­Motor der Energiewende. Wir setzen die Projekte vor Ort um und ­be­treiben mit unseren Netzen die Infrastruktur der Ener­giewende.“ Vorstandsmitglied ­Richard ­Mastenbroek griff das Stichwort Sektorenkopplung auf. Er führte aus, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien in Abhängigkeit von Wind und Wetter dazu führe, dass zeitweise zu viel oder zu wenig Strom vorhanden sei. Die Sektorenkopplung könne dazu beitragen, die Schwankungen auf der Erzeugerseite auszugleichen. Auf der Nachfrageseite könne sie dafür sorgen, dass die Energie am richtigen Ort zur richtigen Zeit eingesetzt werden kann.

Sektorenkopplung

Volker Broekmans, Leiter Strate­gische Projekte Klima und Energie bei der Deutschen Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, untersuchte in seinem Vortrag die Korrelation von Klima, Energie und Stadtentwicklung. An Beispielen aus der Praxis stellte er unterschiedliche kommunale Konzepte vor. Der zweite Referent des Abends, Uwe Asbach, Leiter Key ­Account Management bei der Viessmann Deutschland GmbH, bekräftigte, dass in der sektorengekoppelten Strom- und Wärmeversorgung im Quartier der Erfolgsfaktor für die Energiewende liege. Die Sektorenkopplung schaffe eine neue Energiewirtschaft mit einer Vielzahl von neuen Bausteinen, wie zum Beispiel Mieterstrommodelle, Batteriesysteme, Elektromobi­lität, Wärmepumpen und Blockheizkraftwerke.

Lebhafte Diskussion

Holger Wienpahl vom Südwestrundfunk moderierte auch in diesem Jahr wieder das SWK-Energieforum. Nach den Fachvorträgen und der sich anschließenden, ­lebhaften Podiumsdiskussion zog Markus Vollmer, Vorstandsmitglied der SWK Stadtwerke Kaisers­lautern, ein Resümee. „Noch gibt es keinen Konsens darüber, welche Infrastruktur, Netze und Rahmenbedingungen in den kommenden Jahren erforderlich sein werden. Noch ist unser Wissen über neue Technologien, Abhängigkeiten und Wechselwirkungen der einzelnen Sektoren viel zu unvollständig. Aber eines ist sicher, die Energieversorgung wird sich grund­legend verändern.“